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23.08.2017 - 10:04
Foto: Seat

Seat Leon Cupra: Perfekt für finnisch Vollgas?

15.03.2017, 12:25

"Das ist der Alkohol- Modus, funktioniert gut, wie im Seat", grinst Sami aus leicht getrübten und doch strahlenden Augen. Er meint damit die Automatik der Schneemobile, mit denen er uns durch die in der Sonne glitzernde Schneelandschaft Finnlands führt - als Einstimmung auf die Allrad- Seats, mit denen wir später die Region erkunden. Teilweise quer.

Der Norden Finnlands ist ein Eldorado für jegliche Fortbewegung auf Schnee und Eis, wenn man nicht gerade Berge will, die hier im hohen Norden eher überschaubar sind. "Welcome to Lapland" steht am Flughafen von Kuusamo, obwohl Lappland offiziell erst ein Stück weiter nördlich anfängt. Aber es klingt besser für die Touristen. In Wahrheit ist der Name egal, wenn man mit dem Schneemobil durch Wälder und über Seen heizt, gemütlich mit dem Hundeschlitten dahinzieht - oder mit Spikes am Auto im Kreis fährt. Da schlägt auch ein Fast- Lappland jedes Disneyland.

Trainingscamp für Rallye- Piloten

So nah am Polarkreis währt der Winter zwar nicht ewig, ist aber so lang und hart, dass Rallye- Legende Juha Kankkunen eine Eisfahrschule betreibt. Alljährlich präpariert er, sobald das Eis dick genug ist, u.a. drei gefinkelte Rundkurse auf dem Nissinjärvi- See, um dort ambitionierten Autofahrern eine fröhliche Eiszeit zu bereiten.

So wie mir, am Steuer des überarbeiteten, auf 300 PS und 380 Nm erstarkten Seat Leon Cupra Kombi. Neuerdings allradgetrieben, mit Sechsgang- Doppelkupplungsautomatik. Alkohol? 0,0. Dafür 100% Konzentration. Neben mir gibt Jukka Korhonen, einer der Instruktoren aus Juhas 20- köpfigem Team, seines Zeichens selbst Rallye- Champion (zuletzt britische Meisterschaft 2013), finnisch- wortkarg Anweisungen und unterstützt mich dabei, meine Fahrerei zu perfektionieren. Weit vorausschauen, möglichst wenig lenken, Ruhe ins Auto bringen, rechtzeitig bremsen, Skandinavian flick, nicht zu schnell in die Kurve, dafür schnell wieder raus, am Gas bleiben.

Jukka scheint zufrieden mit der Linie
Foto: Seat

Das Geheimnis der schnellen Kurve

Der Seat macht es mir leicht, ist gutmütig und berechenbar, liegt neutral und macht keine Fehler, auf die ich mich herausreden könnte. Auch mein Niveau wird immer höher. Wie ein Hund auf Spurensuche schnüffelt die mit LED- Scheinwerfern bewehrte Front die Innenseite der Kehre ab, bevor mich der Allradantrieb auf die nächste schnelle Kurve zu katapultiert. Kurz vom Gas oder die Bremse angetippt, das Heck kommt und gibt mir die Richtung, die ich brauche. Mit dem Gaspedal lenke ich durch, schwenke wieder herum, gebe dem Heck Zeit und lasse die Spikes sich wieder ins Eis fressen. Skandinavian Flick nennen sie das hier, also das Anstellen des Autos vor einer Kurve durch Gegenlenken und Entlasten des Hecks durch Bremsen oder Gaslupfen.

Die Sache mit dem ESP

Was dabei kaum auffällt: Das ESP ist aktiv, im Sportmodus. Solange ich sauber fahre und sauber drifte, greift es nicht ein. Erst wenn ich das Heck zu weit überholen lasse, hält es gegen. Wer es übertreibt, wird trotz ESP in die nächste Wand einschlagen, aber sonst ist es ein guter Lehrmeister. Für die hohen Weihen ist es auch komplett deaktivierbar. Das war im Seat Leon Cupra nicht immer so: Zunächst hat auch das abgeschaltete Antischleuderprogramm im Extremfall eingegriffen, was der Hersteller aber nur auf insistierende Nachfrage zugab. Doch die Spanier erhörten die Kundenwünsche, man kann nun also auch die ganz lange Leine kappen.

Die Schaltarbeit kann man getrost der Automatik überlassen, die so sanft und präzise die Gänge wechselt, dass sie in Sachen Fahrstabilität kein Faktor ist. Kein ungewollter Lastwechsel versaut mir die Linie. Ansonsten einfach in die Schaltpaddles greifen.

Das Setup des Seat Leon Cupra lässt sich anpassen. Er verfügt über adaptive Dämpfer sowie Fahrprogramme, die auch Ansprechverhalten, Lenkung und Getriebe beeinflussen. Den schärfsten Modus, er heißt Cupra- Mode, hat Seat- Werkstest- und Rennfahrer Jordi Gené höchstselbst entwickelt und damit den Nordschleifenrekord für Fronttriebler aufgestellt. Der Cupra wird ja prinzipiell über die Vorderräder angetrieben (in dem Fall dann auch wahlweise mit manuellem Sechsganggetriebe), nur der Kombi ist mit 4Drive zu haben. Dabei handelt es sich um ein Haldex- System der fünften Generation, das erst bei Bedarf blitzschnell Kraft an die Hinterachse schickt und Raddrehzahlunterschiede zwischen links und rechts per Bremseingriff ausgleicht.

Kurz gesagt: Es funktioniert und macht auch noch Spaß. Im Alltag wird es ebenso gute Dienste dabei leisten, die Kraft auf die Straße zu bringen, die den Frontantrieb (trotz speziell dafür entwickeltem Sperrdifferenzial) ziemlich fordern dürfte. Mit allen Vieren sprintet der in dem Fall (ohne Fahrer) 1470 kg schwere Spanier in 4,9 Sekunden auf Tempo 100 und dann weiter auf 250 km/h.

Belüftete Brembos im Format 340 x 30, die rote Lackierung ist Teil des Performance-Pakets.
Foto: Seat

Unterm Strich:

Der Könner hat die Wahl: entweder mit maximalem Lenkeinschlag driftend um den Rundkurs oder weniger quer, aber noch immer tanzend und vor allem schnell über die Eisstrecke - der Seat Leon Cupra macht alles mit. Dazu ist der Kombi auch noch eine flexible Familienkutsche mit guten Platzverhältnissen 587 bis 1470 Liter Kofferraum). Mit 4,54 m ist der Kombi 30 cm länger als seine Schrägheckkollegen, der Radstand misst 2,63 statt 2,60 m.

Die Preise: Ab 43.640 Euro ist der Allradkombi zu haben (die Cupra- Preisliste beginnt mit dem immer frontgetriebenen Dreitürer um 38.200 Euro). Sami ist das egal, er bleibt bei seinem Schneemobil. Damit kann er auch driften.

Warum?

  • Hervorragendes Fahrverhalten
  • Sportlich- hochwertiger Auftritt
  • Gutes Preis- /Leistungsverhältnis

Warum nicht?

  • Allrad ist nur im Kombi und nicht mit Handschaltung zu haben.

Oder vielleicht

… VW Golf R Variant, Ford Focus ST, Skoda Octavia RS 245

Allrad für Normalfahrer bietet Seat zum Beispiel im sehr empfehlenswerten Kompakt-SUV Ateca an.
Foto: Seat

Redakteur
Stephan Schätzl
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