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22.07.2017 - 20:42
Foto: AFP

"Cyberangriff ist Weckruf an Regierungen der Welt"

15.05.2017, 05:54

Nach dem weltweiten Hackerangriff auf Computersysteme  wirft Microsoft den Regierungen eine Mitverantwortung vor. Nach Ansicht von Microsoft- Rechtsvorstand Brad Smith haben Behörden nicht ausreichend vor von ihnen entdeckten Software- Schwachstellen gewarnt. "Die Regierungen der Welt sollten diesen Angriff als Weckruf begreifen", betonte Smith am Sonntag in einem Blog- Beitrag. "Wir brauchen Regierungen, die sich des Schadens für Zivilpersonen bewusst sind, der aus dem Anhäufen und Ausnutzen solcher Software- Sicherheitsprobleme entsteht."

Tatsächlich wird in Deutschland der Ruf nach Gesetzesverschärfungen bereits lauter. Der deutsche Verkehrsminister Alexander Dobrindt bezeichnete den Schutz wichtiger Infrastrukturen als "existenzielle Frage". Der Politiker sagte der Zeitung "Passauer Neue Presse", hier müsse das IT- Sicherheitsniveau erhöht werden. "Das betrifft die Energie- und Wasserversorgung genauso wie Verkehrsinfrastruktur oder das Gesundheits- und Finanzwesen."

Der Minister verlangte Nachbesserungen am IT- Sicherheitsgesetz. Störungen müssten zwingend dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik gemeldet werden. Zuvor hatte bereits der deutsche Innenminister Thomas de Maiziere gefordert, sein Gesetzesentwurf zu verbesserter IT- Sicherheit in Transport- , Gesundheits- und Finanznetzen müsse nun beschlossen werden.

Mindestens 200.000 PCs in 150 Ländern betroffen

Nach Angaben der europäischen Polizeibehörde Europol wurden mindestens 200.000 Computersysteme in 150 Ländern von der Hackerattacke getroffen. Die dabei verwendete Schadsoftware nutzte eine Lücke im Windows- Betriebssystem von Microsoft aus. Sicherheitsexperten gehen davon aus, dass das Instrument vom US- Geheimdienst NSA entwickelt und diesem dann entwendet wurde.

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Microsoft hatte am Samstag für seine Nutzer eine Anleitung zum Schutz ihrer Systeme veröffentlicht und hatte nach eigenen Angaben außerdem den "äußerst ungewöhnlichen Schritt" gemacht, ein Sicherheitsupdate für ältere Windows- Versionen wie Windows XP bereitzustellen, die normalerweise nicht mehr gewartet werden. Nach Angaben von Computerexperten sind etwa Russland und Indien deshalb besonders betroffen, weil XP dort noch weit verbreitet ist.

Experten fürchten erneute Verschärfung

Die Ausbreitung der Schadsoftware schwächte sich bis Sonntag zwar deutlich ab, da Sicherheitsupdates die Windows- Lücke schlossen und eine Internet- Domain identifiziert wurde, von der aus der Angriff teilweise gesteuert wurde. Computerexperten fürchten aber eine erneute Verschärfung des Problems, wenn sich an diesem Montag Menschen in Millionen Computer einloggen. Zudem sei es wahrscheinlich, dass das Virus von den Hackern verändert werde, um Sicherheitsvorkehrungen zu umgehen.

"Die Zahlen steigen und ich bin besorgt, wie die Zahlen sich weiter steigern werden, wenn die Menschen am Montag wieder an ihre Arbeitsplätze gehen und ihre Computer einschalten", sagte Europol- Chef Rob Wainwright. Die Schadsoftware hatte zahlreiche Konzerne weltweit getroffen und Renault zum teilweisen Produktions- Stopp gezwungen. Bei der Deutschen Bahn fielen Anzeigetafeln und Fahrscheinautomaten aus. Britische Krankenhäuser mussten Patienten abweisen und Operationen verschieben.

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Die offenbar von Kriminellen gestartet Attacke habe eine so starke Wirkung entfalten können, weil die Schadsoftware so programmiert sei, dass sie eine automatische Ausbreitung ausgelöst habe, sagte Wainwright dem britischen Sender ITV. Wie groß der wirtschaftliche Schaden bisher ist, blieb zunächst unklar. Die Sicherheitsfirma Symantec geht in etwa von einem zweistelligen Millionenbetrag aus, vor allem für die Überarbeitung von Firmen- Netzwerken.

Bislang nur wenige Fälle in Österreich gemeldet

In Österreich gab es vorerst "weniger als ein Dutzend Fälle", sagte Vincenz Kriegs- Au, Pressesprecher des Bundeskriminalamts. Angegriffen wurden demnach Firmen aus verschiedenen Branchen - etwa ein Hotel und ein Technologie- Unternehmen. Betroffene sollten auf jeden Fall Anzeige erstatten, betonte der Sprecher.

Redaktion
krone.at
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