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27.05.2017 - 06:22
Foto: Nintendo / Video: Nintendo

Open- World- Zelda "Breath of the Wild" im Test

04.03.2017, 09:00

Nintendos neue Konsole Switch hat mächtige Starthilfe: Link, nobler Recke des Fantasy- Königreichs Hyrule, rückt in seinem ersten Open- World- Abenteuer "The Legend of Zelda: Breath of the Wild" aus, um ganz serientypisch Prinzessin Zelda zu retten und Serienbösewicht Ganon Einhalt zu gebieten. Klingt vertraut, spielt sich aber anders als alle Serienteile davor. Wir haben Links großes Abenteuer getestet - und waren einigermaßen begeistert.

Am Anfang von "Breath of the Wild"  steht ein Déjà- Vu: Wie in den früheren Serienteilen erwacht Link nach langem Schlaf und weiß nicht, wie ihm geschieht. Er nimmt ein magisches Artefakt an sich: das "Sheeka Slate", eine Art Tablet, mit dem Link später Türen öffnet, mit Objekten interagiert oder die Elemente manipuliert.

Kein Ladebildschirm, kein ausgetretener Pfad

Dass dieses "Zelda" anders als alle vor ihm ist, wird dem Spieler bewusst, wenn er aus dem Schrein tritt, in dem Link sein langes Nickerchen gehalten hat. Es offenbart sich vor ihm eine weitläufige offene Spielwelt mit enormer Weitsicht, einer Unmenge zu entdecken und voll mit interessanten Gestalten, gefährlichen Feinden, nützlichen Objekten und fernen Dörfern. Kein Ladebildschirm (na gut, bei Schreinen und Dungeons schon), kein ausgetretener Weg.

Foto: Nintendo
Die prachtvollen Landschaften sind bis in den hintersten Winkel erkundbar.
Foto: Nintendo

Link macht sich auf den Weg, unternimmt seine ersten Gehversuche in der neuen Spielwelt, erlangt Fähigkeiten, die im späteren Spielverlauf von größtem Nutzen sein werden - und erfährt, dass er geweckt wurde, um die schöne Prinzessin Zelda zu retten, die in einem weit entfernten Land kämpft, um den fiesen Bösewicht Ganon im Zaum zu halten.

Emotionale Momente - auch das gibt es im neuen "Zelda".
Foto: Nintendo

Und hier kommt jener Bestandteil des neuen "Zelda", der es von allen anderen Teilen der Saga abhebt: Link könnte prinzipiell schon nach den ersten paar Spielstunden, in denen er sich mit seinen Fähigkeiten vertraut macht, zu Ganon marschieren und sich ihm stellen. Er würde diesen Kampf zweifellos verlieren, aber die riesige offene Welt von "Breath of the Wild" lädt dazu ein, seinen eigenen Weg zu gehen, zu forschen und zu entdecken.

Neben kleinem Kanonenfutter gilt es auch riesenhafte Bosse zu bekämpfen.
Foto: Nintendo

Schreine, Dungeons, Geheimnisse

Damit der Kampf gegen Ganon machbar wird, sollten Gamer Link auf ihn vorbereiten. Überall in der enorm weitläufigen Welt sind Geheimnisse versteckt. Schreine, die Nintendos Designer mit geistreichen Physikrätseln gefüllt haben, warten ebenso auf ihre Entdeckung wie ausgewachsene Dungeons voll fieser Monster oder kleine Dörfer mit interessanten Nebenaufgaben und Händlern.

Dass man die Spielwelt mehr oder minder nach dem eigenen Gutdünken durchschreiten darf, liegt an einem cleveren Designschachzug. Brauchte man in früheren "Zelda"- Teilen zur Manipulation seiner Umgebung bestimmte Gegenstände, bekommt Link das Rüstzeug dafür diesmal gleich während der ersten Spielstunden.

Mit Spezialfähigkeiten - hier Bomben - haut Link auch größere Gegner aus den Socken.
Foto: Nintendo

Mit einer Magnetismus- Fähigkeit hebt Link Metallobjekte und legt sie andernorts wieder ab. Seine Eis- Fähigkeit macht aus flüssigem Wasser begehbare Eistürmchen. Und sogar die Zeit anhalten kann Link in seinem neuen Abenteuer. Bomben legt er selbstverständlich auch.

All diese Fähigkeiten müssen in den Schreinen und Dungeons in wirklich gut gemachten Rätseln kombiniert werden. Das Reizvolle: Prinzipiell kann Link schon nach den ersten paar Spielstunden alle 100 in der Spielwelt verteilten Schreine mit seinen vorhandenen Fähigkeiten lösen, die Kombination dieser Kräfte wird aber immer komplexer und fordernder.

Statt sie zu bekämpfen, kann man Gegner auch überraschen - und die Schwerkraft sie erledigen lassen.
Foto: Nintendo

Überall gibt es etwas zu entdecken

Es gibt aber auch außerhalb von Schreinen und Dungeons jede Menge in Hyrule zu tun. Das Erforschen ist zentraler Bestandteil von "Breath of the Wild". Link erklimmt Aussichtspunkte, um mit dem Fernglas nach interessanten Dingen zu suchen. Er jagt auf seinem Weg zu Ganon Tiere, sammelt allerlei Rohstoffe von besiegten Gegnern, herumstehenden Pflanzen oder Wild - und veredelt sie später zu praktischen Helfern.

Auf Aussichtstürmen späht Link per Fernglas nach interessanten Orten in Hyrule.
Foto: Nintendo

An Feuerstellen werden Zutaten zu Gerichten und Tränken verarbeitet, die Lebenspunkte wiederherstellen, Resistenzen oder Fähigkeiten verleihen. Er sammelt Kostbarkeiten, neue Waffen - unter anderem Einhandschwerter, Schilde, Äxte, Zweihänder, Bögen - und Rüstungen, erhöht als Belohnung für erfolgreich gelöste Schreine Lebenspunkte und Ausdauer.

Längere Wegstrecken bewältigt Link später im Spiel auf seinem Ross.
Foto: Nintendo
Mit seinem Flugdrachen gleitet Link nach ausgedehnten Kletterpartien von Bergspitzen.
Foto: Nintendo

Kurzum: Das neue "Zelda" beherbergt in seiner offenen Spielwelt eine Vielzahl interessanter Geheimnisse und macht das Erkunden damit zu einem äußerst spannenden Spielerlebnis. Nicht zuletzt auch, weil die Dutzende Stunden lange Reise durch Hyrule nach den ersten Metern zu Fuß mit ausgedehnten Kletterpartien und coolen Fortbewegungsmitteln wie einem Flugdrachen, an dem man von Bergen hinabgleitet, oder einem edlen Ross, bereichert wird.

Spielmechaniken greifen toll ineinander

Spielerisch greift der Mix aus Erkunden, Kämpfen, Ressourcen und Schätze sammeln und Charakterentwicklung sehr gut ineinander. Selbst vermeintlich profane Dinge wie Jagen und Sammeln greifen durch das gut gemachte Kochsystem tadellos ineinander, auch der Mix aus das Hirnschmalz fordernden Rätseln und Kämpfen ist ausgewogen und fesselnd geworden. Man hat den Eindruck, dass man dem Gameplay von "Breath of the Wild" viel Feinschliff gegönnt hat.

Stören könnte man sich höchstens an Details - etwa, dass Waffen arg schnell kaputtgehen und ersetzt werden müssen, oder dass es nur einen einzigen Schwierigkeitsgrad gibt, bei dem gerade Anfänger sehr oft das Zeitliche segnen.

Solche Schreine sind überall verteilt und enthalten einfallsreiche Physikrätsel.
Foto: Nintendo

Stimmige und hübsche Comic- Optik

Optisch ist das neue "Zelda" ebenfalls eine Augenweide. Klar kann es nicht mit der Opulenz von Open- World- Games am PC oder starken Konkurrenzkonsolen mithalten. Aus der betagten Hardware der Wii U und der eher auf Mobilität getrimmten Switch, auf der wir das neue "Zelda" getestet haben, holt Nintendo aber ein Maximum an Grafikpracht heraus.

Der Detailgrad der Spielwelt inklusive realistischer Physik, schönen Lichteffekten und sich im Wind wiegenden Wiesen ist beachtlich, die Bildrate blieb im Test meist stabil bei 30 Bildern pro Sekunde, nur hie und da brach sie für ein paar Momente ein wenig ein. Für optische Abwechslung ist gesorgt: Link durchwandert auf seiner neuen Reise grüne Ebenen ebenso wie tropische Inseln, lebensfeindliche Wüsten, dampfende Urwälder oder düstere Gefilde.

Foto: Nintendo
Foto: Nintendo
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Mit dem stimmigen Comic- Look kaschiert man dabei geschickt, dass das neue "Zelda" nicht die allerschärfsten Umgebungs- und Charaktertexturen nutzt. Alles in allem hat man rein von der Optik her zwar schon prachtvollere offene Spielwelten gesehen, das Gesamtpaket stimmt aber - und ist angesichts der technologischen Limitierungen der genutzten Hardware beachtlich.

Gute Steuerung, keine durchgängige Sprachausgabe

Sehr gut gelungen ist Nintendo auch die Steuerung. Auf der neuen Konsole Switch macht "Zelda: Breath of the Wild" ausgiebig Gebrauch von den Bewegungssensoren der Hardware, was beispielsweise beim Zielen mit Pfeil und Bogen enorm komfortabel und weit präziser als eine reine Analogstick- Steuerung ist. Die generelle Tastenbelegung ist überdies schnell erlernt, geht flott in Fleisch und Blut über.

Beim Zielen profitiert man von den Bewegungssensoren in der Nintendo-Hardware.
Foto: Nintendo

Manch einer könnte sich vielleicht über die Ergonomie der Joycon- Controller der Switch auslassen, die uns im Hardware- Test der neuen Konsole nicht restlos überzeugt hat , aber dafür kann das neue "Zelda" nichts.

Erwähnenswert: Die Menüs - Inventar, Aufträge, Landkarte und dergleichen - sind für unseren Geschmack schön übersichtlich gehalten und intuitiv bedienbar.

Das Kampfsystem ist ein zugänglicher Mix aus Blocken, leichten und schweren Hieben.
Foto: Nintendo

Nicht mehr ganz zeitgemäß, aber bei Nintendo- Games auch nicht untypisch: Sprachausgabe gibt es nicht in vollem Umfang, vielmehr vertont Nintendo lediglich die wichtigsten Dialoge und Zwischensequenzen, während kleinere Nebenaufgaben in Textboxen und Multiple- Choice- Dialogen erzählt werden.

Fans der Serie wird das nicht weiter stören und dem gelungenen Gesamtkonzept tut es keinen Abbruch, so ganz zeitgemäß ist es aber auch nicht mehr. Dafür wissen Soundtrack und Soundeffekte gut zu gefallen.

Foto: Nintendo
Foto: Nintendo
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Fazit: Mit "The Legend of Zelda: Breath of the Wild" liefert Nintendo zum Start der Switch - oder, anders betrachtet, zum Abschied von der Wii U - ein exquisites Open- World- Rollenspiel ab, das für manch einen Fan ein echter Kaufgrund für die neue Konsole sein dürfte. Klar kann man in puncto Inszenierung und Optik nicht ganz mit stärkeren Plattformen mithalten. Das tolle Gameplay, gepaart mit der beeindruckend lebendigen Spielwelt, macht das neue "Zelda" aber dennoch zu einem Ausnahmetitel - und zu einem tollen ersten Hochkaräter für die Switch.

Plattform: Switch (getestet), Wii U

Publisher: Nintendo
krone.at-Wertung: 9/10

Redakteur
Dominik Erlinger
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