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22.09.2017 - 21:02
Foto: thinkstockphotos.de

Kinder und die lebenslange Lust am Lernen

03.09.2017, 07:05

Die meisten Schüler starten hochmotiviert in die erste Klasse. Neugierig und lernbereit saugen sie jedes Wissen auf wie ein Schwamm und erzählen voller Stolz von ihren neuen Erkenntnissen. Doch immer wieder geht diese Motivation bereits nach einigen Jahren flöten. Laut psychologischen Untersuchungen spätestens ab der Pubertät, aber meist schon beim Wechsel auf eine weiterführende Schule. Wie die Schüler bei Laune halten, vor allem weil wir ja wissen, dass der Lernerfolg dann steigt, wenn Schüler motiviert sind zu lernen?

Eltern sollten von Anfang an für ein optimales Lernklima sorgen. Auf eine gesunde Schuljause, einen aufgeräumten Schreibtisch, eine ruhige Lernumgebung und ausreichend Schlaf achten. Das fördert die Konzentration des Sprösslings.

Man lernt nicht für die Schule, sondern für das Leben

Ein oft zitierter Satz, der Kindern ab und an auf die Sprünge helfen kann. Formulieren Sie Ziele, die Ihr Nachwuchs so aufregend findet, dass er sich selbst zum Lernen motivieren kann. Z. B.: "Du möchtest ja so gerne einmal Kinderärztin werden. Für das Medizinstudium ist Latein Voraussetzung. Du ersparst dir mit Latein in der Schule eine aufwendige Zusatzprüfung vor Studienantritt." Und ein Auslandsaufenthalt samt Sprachkurs überzeugt Ihr Kind vielleicht, dass Vokabeln keine trockene Materie sind.

Motivieren Sie Ihr Kind, sodass es nach einem Durchhänger wieder Freude am Lernen findet.
Foto: thinkstockphotos.de

Lassen Sie Schulinhalte in den Alltag einfließen

Rechnen beim Basteln, geschichtliche Ereignisse mit Hilfe aktueller Nachrichten erklären, Tier- und Pflanzenarten in Form einer kleinen Story verinnerlichen. Lernen geht immer und überall. Ausflüge in die Natur oder Museen machen trockenen Schulstoff lebendig. Planen Sie nach Möglichkeit Unternehmungen mit der ganzen Familie und nehmen Sie die passenden Schulunterlagen gleich mit.

"Neugier", ist Gehirnforscher Manfred Spitzer überzeugt, ist "die Triebfeder dessen, was der Mensch von allen Lebewesen auf der Erde am besten kann, womit er deswegen auch seine meiste Zeit verbringt und was er ohnehin am liebsten macht: lernen!" Die Gehirnforschung bestätigt, dass Neugierde sich unmittelbar auf die Gedächtnisleistung auswirkt. Je neugieriger man auf eine Lösung ist, desto aktiver sind "Gedächtnisareale" wie der Hippocampus und das Frontalhirn.

Lernen mit Köpfchen

Ein Plan hilft, einen Lernanreiz zu schaffen. Am besten Sie legen gemeinsam eine To- do- Liste für jeden Tag fest: was geübt werden soll und welche Belohnung im Anschluss winkt. Nach Erreichen wird das Lernziel mit einem guten Gefühl abgehakt. Entdeckerboxen, Lernspiele oder computergestützte Lernformen fördern spielerisches, alltagsbezogenes und vor allem eigenständiges Lernen. Die Kinder erfahren so früh, was Psychologen als Selbstwirksamkeit bezeichnen: die eigene Kompetenz und Unabhängigkeit. Und das wiederum vermittelt ihnen ein starkes Selbstwertgefühl und den Wunsch, mehr zu lernen. Experimentierkästen sind besonders gut geeignet, Naturwissenschaften besser zu verstehen.Gesellschaftsspiele fördern spielerisch das Verständnis von Lerninhalten. Und Klassiker wie Stadt- Land- Fluss sind optimal, um Erlerntes aufzufrischen.

Gemeinsam geht vieles leichter
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"Du schaffst das!"

Kindern sollte man unbedingt den Rücken stärken. Verdeutlichen Sie Ihrem Spross seine Stärken, und verschaffen Sie ihm die Erfolgserlebnisse, die möglicherweise in der Schule fehlen. Gleichzeitig bringen Sie ihm Wertschätzung und Anerkennung unabhängig von Schulleistungen entgegen. Auch wenn es schwer fällt: Vermeiden Sie möglichst, regelmäßig mit Süßigkeiten, Fernsehen oder Computerspielen zu belohnen. Diese Motivation wirkt nur kurzfristig. Kinder lernen dadurch nicht mehr aus eigenem Antrieb.

Immer nur für eine erfolgreiche Prüfung zu loben, ist leider kontraproduktiv. Einen besonderen Motivationsschub gibt es jedoch, wenn Sie Ihr Kind für Dinge loben, die es direkt beeinflussen kann, z. B. für großes Engagement (unabhängig vom Ergebnis). Die Kids merken so, dass sie den Erfolg selbst in der Hand haben. Sie lernen, nicht so leicht aufzugeben und dass Fehler und Herausforderungen dazugehören.

Ihr Schulkind paukt gerne in der Hängematte oder geht dabei im Kinderzimmer auf und ab? Es ist spätnachmittags konzentrierter als gleich nach der Schule? Überlassen Sie ruhig Ihrem Nachwuchs, auf welchem Weg es die eigenen Lernziele erreicht. Das motiviert zusätzlich und stärkt sein Selbstbewusstsein.

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Einmal, zweimal durchatmen. Mindestens!

Genug Pausen zwischen den Lerneinheiten sind sehr wichtig, am besten bevor der Kopf zu brummen beginnt. Dabei hilft schon einmal aufzustehen, sich durchzustrecken und ein wenig aus dem Fenster zu blicken. So kann sich der Lernstoff besser setzen. Wenn dann noch genügend Zeit für Freunde und Hobbys bleibt, ist die School- Life- Balance richtig im Gleichgewicht - und die Lernmotivation steigt an. Vorsicht Falle: "Eltern sollten nicht zum Ersatzlehrer werden, da das die Beziehung belasten kann. Trotzdem können Sie viele Anregungen geben", betont "Krone"- Eltern- Kids- Coach Nina Petz. Dabei sollten Sie das Wort "Lernen" nicht überstrapazieren. Sprechen Sie lieber von herausfinden, entdecken oder experimentieren.

Tipp: Machen Sie doch einen Rollentausch und lassen Sie sich von Ihrem Kind erzählen, was es gerade gelernt hat. Das steigert das Selbstbewusstsein. Außerdem helfen andere, kreative Lernmethoden, die Motivation zum Lernen zu steigern. "Achten Sie darauf, die Schule nicht zum Hauptthema in der Familie werden zu lassen. Vielmehr sollte das Zuhause ein sicherer Hafen sein, in dem sich die Kids entspannen und sich vom ohnehin anstrengenden Schultag erholen können", erklärt Nina Petz. So wie wir Erwachsenen fühlen sich auch Schüler immer wieder gestresst und brauchen sorglose Momente. Dafür und für vieles mehr sind Eltern da.

Suanne Zita, Kronen Zeitung

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