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23.06.2017 - 00:17
Foto: thinkstockphotos.de, krone.at-Grafik

Suchtprobleme bei Teenagern erkennen und bekämpfen

24.03.2017, 08:00

Es ist der Albtraum aller Eltern, dass ihr Sohn oder ihre Tochter in ein Suchtproblem abgleiten könnte. Verhindern lässt sich das heute freilich kaum. Wenn es soweit kommt, sollte jedoch richtig reagiert werden können, um ein richtiges Abrutschen zu verhindern.

Was versteht man unter "Sucht"?

Als süchtig gilt jemand, der in der Bewältigung seines Alltags aufgrund von Suchtgifteinnahme eingeschränkt ist. Man unterscheidet dabei den Zustand psychischer Abhängigkeit, bei dem durch die Suchtgifteinnahme ein erstrebenswerter Gefühls- und Bewusstseinszustand erreicht werden soll, und körperliche Abhängigkeit. Bei Letzterer reagiert der Körper mit Entzugssymptomen, wenn die gewohnte Substanz nicht zugeführt wird - klassisch: Schweißausbrüche, Zittern, Übelkeit oder Krampfanfälle. Alkohol, Nikotin, Medikamente und Drogen machen schnell körperlich abhängig.

Die Ursachen für ein Suchtproblem können vielfältig sein: Probleme in der Schule, im Freundeskreis, in der Familie. Unsicherheit, Selbstzweifel oder ein schwach ausgeprägtes Selbstbewusstsein. Aber ebenso ein gefühlter Gruppenzwang, wenn am Wochenende mit Freunden "gefeiert" wird und Alkohol und Drogen dabei eine Rolle spielen. Auch reine Neugierde und "mitreden wollen" können zum Ausprobieren von Drogen führen.

Foto: APA/Robert Jaeger (Symbolbild)

Wann sollte man eingreifen?

Die schwierige Aufgabe von Eltern besteht darin, einzelne Vorfälle nicht überzubewerten, aber ein sich anbahnendes Suchtverhalten zu erkennen. Kommt ein 17- Jähriger von einer Feier einmal betrunken nach Hause, ist das noch lange kein Grund zur Sorge. Werden jedoch regelmäßig die Wochenenden im Delirium verbracht, dann sollten die Alarmglocken läuten.

Generell sind frühe Aufklärungsgespräche zu den Gefahren von Drogen wichtig - ohne diese, wie etwa Alkohol, pauschal als "böse" hinzustellen, aber mit der ernsten Botschaft, wie sich diese auswirken können. Weiters sollten Eltern schon früh darauf achten, die Vertrauensbasis zu ihrem Nachwuchs auch in der Pubertät aufrechtzuerhalten, das Kind selbstbewusst zu erziehen und viele Erlebnisse zu vermitteln, die Spaß machen und dem Kind ein gutes Gefühl bezüglich sich selbst und seiner Familie zu geben. Auch sollten dem Kind Strategien beigebracht werden, wie es Gruppendruck erkennen und "cool" widerstehen kann: Langsam trinken mit viel Wasser dazwischen, etwa - oder einfach bestimmt Nein sagen, wenn man etwas nicht okay findet.

Eltern sollten jedenfalls das Verhalten ihres pubertierenden Nachwuchses genau im Auge behalten. Veränderungen in extreme Richtungen können ein Hinweis auf Drogenkonsum sein: Euphorie genauso wie Niedergeschlagenheit und extremes Zurückziehen. Auch wenn bislang geliebte Hobbys auf einmal uninteressant sind oder die Schulnoten schlechter werden, sollte man als Elternteil hellhörig werden.

Foto: Viennareport/Volkmar Schulz (Symbolbild)

Suchen Sie bei derartigen Anzeichen ein vertrauensvolles Gespräch mit Ihrem Kind - nicht, um es zur Rede zu stellen, sondern weil Sie sich Sorgen machen. Erklären Sie ihm, was Ihnen aufgefallen ist und welche Befürchtungen Sie haben. Sagen Sie Ihrem Kind, dass Sie es lieb haben und immer da sind, wenn es Unterstützung braucht.

Kann man als Elternteil wirklich helfen?

Als Elternteil muss man sich dessen bewusst sein, dass die Drogensucht des Kindes kein Versagen der elterlichen Erziehung darstellen muss. Ab einem gewissen Alter kann man den Umgang des Kindes nicht mehr kontrollieren: Kinder aus schwachen wirtschaftlichen Verhältnissen trifft es dabei ebenso wie jene aus der klassischen "Elite" und einer harmonischen Familie.

Ist die befürchtete Situation wirklich eingetreten, sollten Sie einerseits selbst Hilfe organisieren, indem Sie eine Beratungsstelle aufsuchen und eventuell eine Selbsthilfegruppe besuchen. Andererseits müssen Sie versuchen, mit Ihrem Kind zu sprechen und es von einer Entziehungskur zu überzeugen. Zwang bringt in dieser Situation relativ wenig, da viel Selbstmotivation erforderlich ist, um eine Therapie erfolgreich zu bewältigen. Denn dabei wird einerseits der Körper entgiftet, andererseits mit einer Psychotherapie versucht, das innere Gleichgewicht und die innere Stärke zum Durchhalten aufzubauen. Sie sollten Ihrem Kind in dieser Zeit Unterstützung signalisieren und ohne Vorwürfe für es da sein.

Redaktion
krone.at
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