Der beschädigte Mannschaftsbus des BVB
Foto: AP / Video: AFP

Anschlag in Dortmund: Bomben gegen Teambus

12.04.2017, 00:34

Im Vorfeld des Viertelfinal- Hinspiels in der Champions League ist in Dortmund ein Anschlag auf den Teambus des deutschen Klubs verübt worden. Drei in einer Hecke versteckte Sprengsätze explodierten vor dem Bus, der gerade auf dem Weg ins Stadion war. Ein Spieler wurde schwer verletzt, ein Polizist erlitt ein Knalltrauma. Das Spiel gegen AS Monaco wurde abgesagt und auf Mittwoch verlegt.

Um 19.15 Uhr waren nach Polizeiangaben drei Sprengsätze neben dem Mannschaftsbus von Borussia Dortmund explodiert. Innenverteidiger Marc Bartra wurde mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht und noch am Abend operiert. Er erlitt Fremdkörper- Einsprengungen im rechten Arm und einen Speichenbruch im rechten Handgelenk. Ihm droht damit das Saison- Aus.

Der Polizist sollte den Bus mit einem Motorrad zum Stadion begleiten. Zum Zeitpunkt der Explosionen befand er sich vor dem Mannschaftsbus.

Polizei: "Gezielter Angriff auf Dortmunder Mannschaft"

Die Mannschaft wurde nach dem Vorfall zurück ins Teamhotel gefahren. Die Polizei geht von einem gezielten Angriff auf das Dortmunder Team aus, sagte der Dortmunder Polizeipräsident Gregor Lange. Laut Staatsanwaltschaft wurde in der Nähe des Tatorts ein Schreiben gefunden. Die Echtheit werde derzeit "intensiv geprüft", sagte Staatsanwältin Sandra Lücke bei der Pressekonferenz. Über den Inhalt wurden vorerst Angaben gemacht.

Hier im Video sehen Sie, wie sich die Fans des AS Monaco im Stadion nach dem Vorfall mit den Dortmundern solidarisierten:

Foto: AFP
Der beschädigte Bus
Foto: AP

Zeuge: "Ich dachte, das ist Krieg"

Der Vorfall geschah auf der Wittbräucker Straße im Stadtteil Höchsten knapp zehn Kilometer vom Stadion entfernt. Die Sicherheitskräfte suchten daraufhin die Umgebung mit einer Drohne ab. Es werde geprüft, ob möglicherweise ein weiterer Sprengsatz deponiert worden sei, sagte ein Polizeisprecher am Einsatzort. Es sei jedenfalls "von einem Angriff mit ernst zu nehmenden Sprengsätzen" auszugehen. Die Wucht der Detonationen ließ die Scheiben des Busses teilweise bersten. Ein Zeuge sagte gegenüber "Bild", dass er gerade vor dem Fernseher saß, als er die Explosionen hörte. "Es war so laut, dass ich dachte, das ist Krieg."

BVB- Manager: "Sprengstoffanschlag auf den Mannschaftsbus"

Gegenüber dem TV- Sender Sky sprach Watzke von einem Anschlag: "Es ist ein Sprengstoffanschlag auf den Mannschaftsbus verübt worden. Die ganze Mannschaft ist in einer Schockstarre. Solche Bilder bekommst du nicht aus dem Kopf heraus. Ich hoffe, dass die Mannschaft einigermaßen in der Lage ist, am Mitwoch wettbewerbsfähig auf dem Feld zu stehen. In solcher einer Krisensituation rücken alle Borussen zusammen."

Dortmunds Klubboss Hans-Joachim Watzke
Foto: dpa

Nach den Explosionen entdeckte die Polizei auch beim Teamhotel der Dortmunder einen verdächtigen Gegenstand. Das teilte ein Polizist am Einsatzort mit. Was genau gefunden wurde und ob der Fund mit den Explosionen in Verbindung steht, teilte er nicht mit.

Polizei prüft möglichen terroristischen Hintergrund

Bislang seien die Hintergründe der Explosionen noch völlig unklar. Eine mit dem Vorgang vertraute Person sagte, es werde in alle Richtungen ermittelt: "Es ist alles offen. Wir müssen schauen, wohin die Ermittlungen gehen", sagte ein Polizeisprecher. Bislang gebe es weder Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund noch auf eine Tat etwa von rivalisierenden Fans. Auch zur Art der Sprengsätze gibt es noch keine Erkenntnisse.

Tormann: "Haben uns alle im Bus geduckt"

Dortmund- Torhüter Roman Bürki (26) sagte gegenüber dem Schweizer "Blick": "Der Bus bog auf die Hauptstraße ein, als es einen Riesenknall gab - eine regelrechte Explosion. Nach dem Knall haben wir uns alle im Bus geduckt, wer konnte, hat sich auf den Boden gelegt. Wir wussten nicht, ob noch mehr passiert."

Terrorexperte warnt: "Europa muss mit mehr Anschlägen rechnen"

Die Nerven in Europa lieben nach der Vielzahl an Anschlägen in den vergangenen Wochen und Monaten blank, mehrere Länder stehen in erhöhter Alarmbereitschaft. Das blutige Lkw- Attentat in Stockholm  am vergangenen Freitag war nach London und St. Petersburg das dritte in Europa innerhalb von drei Wochen. Die traurige Gesamtbilanz: 22 Tote, viele Verletzte. Laut Ansicht des Terrorismusexperten Peter Neumann muss sich unser Kontinent auf mehr Anschläge einstellen.  "Ich glaube, dass der Islamische Staat mehr und mehr versuchen wird, die Anhänger im Westen zu aktivieren", sagte der Wissenschaftler.

Laut Neumann müssen die Menschen in Europa eine realistische Einschätzung der Terrorgefahr haben.
Foto: APA/HELMUT FOHRINGER, AP

Innerhalb von drei Wochen: blutige Anschläge in St. Petersburg, London und Stockholm (von links)
Foto: twitter.com, AP

Blutiger Anschlag auf Weihnachtsmarkt in Berlin

Auch in Deutschland ist der Terror längst angekommen. Im Vorjahr gab es eine Vielzahl an Anschlägen, der vorerst letzte hatte sich kurz vor Weihnachten in Berlin zugetragen . Ein Lkw raste in eine Menschenmenge an einem Weihnachtsmarkt, es gab zwölf Tote und 48 zum Teil schwer Verletzte.

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