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22.09.2017 - 20:57
Foto: thinkstockphotos.de

Es gibt nicht nur den einen Stress

27.08.2017, 06:00

Streit mit dem Partner. Völlige Überforderung beim Aufräumen, Zahlenchaos beim Mathelernen oder Erstellen der Steuererklärung. Wer allein schon von der Vorstellung davon in Stress gerät, sollte Gegenstrategien entwickeln.

Niemand ist davor gefeit, sich unangenehmen Aufgaben widmen zu müssen, bei der Arbeit die Übersicht zu verlieren, mit Teilleistungsschwächen zu kämpfen oder auch einmal überfordert zu sein. Gestehen Sie sich das zunächst einmal ein - nobody is perfect!

Noch wichtiger wäre es, zu erkennen, wie wir auf Stress reagieren und individuelle Strategien zu finden, um ihn bestmöglich zu bewältigen. Dafür sollten (erreichbare!) Ziele definiert und Prioritäten gesetzt werden. Gestehen Sie sich auch einmal zu, zu scheitern, das nimmt den Druck raus. Man kann es nicht immer allen recht machen! Frauen erholen sich besser an der frischen Luft, bei Spaziergängen oder im Garten, Männer bei der Ausübung eines Hobbys. Sport ist auf jeden Fall ein guter Tipp, um Alltagsprobleme abzubauen. Aber - ein Patentrezept gibt es leider nicht ...

Ungezügelte Nahrungsaufnahme

Da werden auch viele von uns zum Stressesser! Mitschuld an der weiter steigenden Zahl Übergewichtiger ergibt sich aus dem Unvermögen, mit Druck umzugehen. Eine Studie, die von Psychiatern aus San Francisco durchgeführt wurde, ergab, dass 43 Prozent der Befragten Essen als Mittel zum Stressabbau einsetzen. Es kommt in dieser Situation öfter zu Kontrollverlust, ungezügelter Nahrungsaufnahme sowie Heißhunger auf Kalorienreiches wie Chips, Süßigkeiten und Snacks, die starkes Geschmacksempfinden hervorrufen, daher fettreich und aromatisiert sind. Besonders Menschen, die schon als Kind gelernt haben, sich mit Essen zu belohnen, neigen zu diesem fatalen Verhalten.

Dazu läuft gerade ein vom Wissenschaftsfonds FWF gefördertes Projekt ("Emo- Eat") am Department für Psychologie der Universität Salzburg. Das Ziel ist, die Zusammenhänge von Stimmungslage und Essverhalten zu entschlüsseln. Vorangegangene Forschungen zeigten, dass bei Traurigkeit mehr gegessen wird als bei Wut und Angst. Letzteres hängt mit der Ausschüttung des Stresshormons Kortisol zusammen, wie Neurowissenschafter berichten. Dieser körpereigene Stoff programmiert uns seit Urzeiten auf "Flucht" und unterdrückt das Hungergefühl. Trost- und Frustessen hingegen dürften antrainiert sein - man kann es sich also mit geeigneten Therapien wieder abgewöhnen.

Karin Podolak, Kronen Zeitung

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