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25.05.2017 - 16:18
Foto: APA/Barbara Gindl

Frauen, messt euren Blutdruck!

10.05.2017, 15:04

Hypertonie und Herzinfarkt galten früher als typisch männliche Leiden: Der Patient - so das landläufige Bild - hat sich seinen Hochdruck durch beruflichen Stress "erarbeitet", ihn dann durch Alkohol und Nikotin noch zusätzlich gefördert. Bei Frauen wurde er oft gar nicht in Erwägung gezogen oder zu spät erkannt. Dabei ist "sie" mit steigendem Alter sogar stärker gefährdet als "er"!

"Ab 65 Jahren wird Bluthochdruck häufiger bei Frauen diagnostiziert als bei Männern", erklärt Dr. Ute Seeland vom Institut für Geschlechterforschung in der Medizin an der Berliner Charité. Mittlerweile sind sogar typisch weibliche Risikofaktoren bekannt: So steigt die Gefahr auf das Zwei- bis Dreifache, wenn Frauen die Pille einnehmen und zusätzlich beispielsweise übergewichtig sind. Auch eine Schwangerschaftshypertonie erhöht das Risiko, innerhalb von zehn Jahren Bluthochdruck zu entwickeln. Betroffene Frauen müssen daher dringend als Risikogruppe wahrgenommen werden! "Mit Aufklärungskampagnen sollten diese gezielt angesprochen werden und an Untersuchungen zur kardiovaskulären Risikoeinschätzung teilnehmen", fordert Dr. Seeland. Die bisherige Aufklärungsarbeit - etwa zum Thema Rauchen - sei vor allem auf Männer abgestimmt gewesen.

Gefäßschutz durch Östrogene?

Ein Grund dafür, dass die "Damen" lange Zeit als Zielgruppe vernachlässigt wurden, ist der durch weibliche Östrogene vermittelte Gefäßschutz. In mittleren Jahren erkranken Frauen daher tatsächlich seltener an Bluthochdruck als Männer. Doch die hormonelle Schutzwirkung darf nicht überschätzt werden, mahnt die Expertin. "Wenn 77 Prozent der Hypertonie- Patientinnen den Wechsel bereits hinter sich haben, bedeutet das zugleich, dass 23 Prozent noch vor der Menopause betroffen sind", kommentiert die Ärztin ein Ergebnis neuer Studiendaten. Es zeigte sich weiters, dass 45 Prozent Störungen der arteriellen Gefäßfunktion und/oder eine erhöhte Steifigkeit der Gefäßwände aufweisen. Solche Veränderungen können einer Hypertonie um Jahre vorausgehen und bleiben oft unentdeckt. "Diese vermag man oft noch rückgängig zu machen. Gesundheitsfördernde Maßnahmen könnten hier sehr gut greifen", so die Expertin. Dazu zählte etwa Rauchstopp, ausreichende Bewegung, salzarme Ernährung und die Vermeidung von Übergewicht.

Da Frauen im Durchschnitt älter werden als Männer, leiden sie daher länger an Folgekrankheiten. Das beeinträchtigt natürlich auch die Lebensqualität massiv.

Monika Kotasek- Rissel, Kronen Zeitung

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