Willkommen
|
Facebook Twitter Google Plus
20.08.2017 - 10:20
Foto: Gerhard Bartel, thinkstockphotos.de

Sie stellen Fragen - Experten antworten

21.04.2017, 17:00

Unsere Leser haben jede Woche die Möglichkeit, sich mit medizinischen Fragen per E- Mail  an die Gesundheitsredaktion der "Krone" zu wenden. Wir leiten die Anfragen an kompetente Fachleute aus allen Heilberufen zur Beantwortung weiter.

Muskelschwäche

Kurt C.: "Ich leide seit rund einem Jahr bei Belastungen wie Stiegensteigen oder dem Heben selbst leichter Lasten an Schmerzen und Schwäche in den Oberschenkeln bzw. Oberarmen. Im Krankenhaus wurde nach einer Reihe von Untersuchungen die Diagnose ,Mitochondriale Myopathie‘ gestellt. Angeblich gibt es dagegen keine Medikamente. Ich soll es mit Coenzym Q- 10 und L- Carnitin sowie Physiotherapie versuchen. Was habe ich für eine Krankheit?"

Die sogenannten Mitochondrien sind Bestandteile jeder Zelle. Man bezeichnet sie als "Kraftwerke" der Zelle. Sie stellen im Rahmen eines recht komplizierten Vorganges Energie für die Tätigkeit der Muskeln zur Verfügung. Bei der Verwertung bzw. dem Abbau der Nährstoffe durch bestimmte Enzyme kann es verschiedenste Störungen geben. Zum Beispiel bei einem Prozess, den man fachlich mitochondriale Atmungskette nennt. Die Folge ist die hier angesprochene Muskelkrankheit, die sich in einer Vielfalt von Symptomen zeigen kann.

Eines davon ist die vom Leser beschriebene Muskelschwäche. Es kann aber auch zu Schmerzen, Herzrhythmusstörungen und Anfällen kommen, die einer Epilepsie ähneln. Ursächliche Behandlung dagegen gibt es leider derzeit wirklich nicht, wenngleich daran geforscht wird. So könnte zum Beispiel einmal eine Gen- Therapie möglich sein.

Die Empfehlung, Q- 10 und L- Carnitin zu nehmen, finde ich gut. Ich rate weiters zu Vitamin D und Selen. Auch physiotherapeutische Maßnahmen sind bestimmt hilfreich. Darüber hinaus ist regelmäßiges, angepasstes Training ganz wichtig!

Univ.- Prof. Dr. Norbert Bachl
Institut für Sportwissenschaft Wien.
Informationen: norbert.bachl@univie.ac.at 

Darmentzündung

Karoline F.: "Ich leide schon seit 30 Jahren an Colitis ulcerosa und werde derzeit mit Infusionen (,Inflectra‘) behandelt. Ich spreche recht gut darauf an. Für die Darmflora habe ich mir Mutaflor- Kapseln besorgt. Davon hat man mir jedoch im Krankenhaus abgeraten, weil angeblich die Infusionen ohnedies genügen. Soll ich das Präparat nun nehmen oder nicht?"

Colitis ulcerosa ist eine chronische Entzündung im Bereich des Dickdarmes. Das Medikament mit dem Handelsnamen Inflectra ist hochwirksam bei Patienten mit schweren Verläufen. Aufgrund möglicher Nebenwirkungen wird es allerdings nur von Spezialisten verschrieben, wenn der Einsatz mit Sicherheit gerechtfertigt ist. Präparate dieser Gruppe (TNF- alpha- Blocker) hemmen körpereigene Signalstoffe, welche die Entzündungsreaktion steuern. Sie greifen also bereits sehr früh ins Geschehen ein.

Die Gesamtzahl der Bakterien im menschlichen Darm wird auf rund 100 Billionen geschätzt. Obwohl die genaue Ursache der Colitis ulcerosa bis heute noch nicht geklärt ist, weiß man, dass das Zusammenspiel zwischen Darmbakterien und der Körperabwehr eine entscheidende Rolle spielt. Das Medikament mit dem Namen Mutaflor ist ein sogenanntes Probiotikum und enthält bestimmte Bakterien, die im Darm natürlich enthalten sind. Probiotika sind Zubereitungen aus lebenden Bakterien, die eine gesundheitsfördernde Wirkung haben. Für dieses Präparat gibt es eine klare Empfehlung bei Colitis ulcerosa. Mit dieser Therapie soll ein Rückfall verhindert werden. Bezüglich der Kombination dieses Arzneimittels mit TNF- alpha- Blockern liegen zwar keine gesicherten Erfahrungen vor, von einem schädlichen Effekt ist jedoch nicht auszugehen.

Auch in Österreich wird an mehreren Universitätskliniken die Wirkung der Stuhltransplantation bei chronisch- entzündlichen Darmerkrankungen erforscht. Ziel ist die Normalisierung der Darmflora. Möglicherweise ergibt sich dadurch einmal eine bessere Behandlungsmöglichkeit. Derzeit wird mehr auf die Unterdrückung des bei dieser Krankheit überschießenden Immunsystems gesetzt.

OA Dr. Mark Susset
Abteilung für Innere Medizin (Vorstand Prim. Univ.- Prof. Dr. Friedrich Hoppichler) am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Salzburg

Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Werbung
Werbung
Meistgelesen
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2017 krone.at | Impressum