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22.09.2017 - 22:41
Heinz-Christian Strache: Der Speck muss weg.
Foto: APA/Roland Schlager

Die (kleinen) Laster der Spitzenkandidaten

06.09.2017, 11:59

Auch wenn der mediale Kampf rund um die Nationalratswahl am 15. Oktober zum Teil alles andere als freundlich abläuft - selbst die Spitzenkandidaten der österreichischen Parteien sind in erster Linie immer noch eines: Menschen - und zwar mit all dem, was dazugehört. In einer kleinen Übersicht möchten wir deshalb, fernab jeder Boshaftigkeit, auf einige allzu menschliche Laster eingehen, die uns aus diversen Parteizentralen geflüstert wurden ...

Christian Kern (SPÖ): Dem Kanzler wird nachgesagt, von Zeit zu Zeit relativ empfindlich auf mediale Kritik zu reagieren. So hart im Nehmen man als oberster Enscheidungsträger der Republik von Natur aus sein muss - hier gibt es wohl auch beim Bundeskanzler noch etwas Luft nach oben. Richtig "schwach" wird der SPÖ- Chef allerdings erst bei "einer guten Schokolade": "Der kann ich nur schwer widerstehen", bestätigt Kern. Mehr als wett macht der 51- Jährige seine Vorliebe fürs Süße durch knallhartes Ausdauertraining - und da darf dann auch spätabends noch zur Lieblingsspeise gegriffen werden: Pizza Margherita.

Christian Kern hat eine Schwäche für Pizza, nicht nur in seinen Werbevideos.
Foto: Zwefo, YouTube.com

Sebastian Kurz (ÖVP): Für viele im Wahlkampf eine "Lichtfigur", hatte es den ÖVP- Chef bereits im jugendlichen Alter in die Politik gezogen - und als wohl größte "Jugendsünde" wird vom politischen Gegner da auch immer wieder auf das sogenannte Geil- o-Mobil verwiesen. Der nunmehrige Kanzlerkandidat kreuzte 2010 mit einem entsprechend getauften Hummer durch Wien und versuchte der Volkspartei ein "geiles" Image zu verpassen, was ihr damals allerdings eher Spott und Hohn einbrachte. Manchmal schien (oder scheint) also auch ein Sebastian Kurz vielleicht auf die falschen Einflüsterer zu hören ... Dennoch: Mit seiner türkisen "neuen ÖVP" hat der heute 31- Jährige die Karten neu gemischt. In den Umfragen führt Kurz derzeit haushoch vor SPÖ und FPÖ. Geile Sache.

Kleine Jugendsünde: Sebastian Kurz am "Geil-o-Mobil"
Foto: JVP (Archivbild)

Heinz- Christian Strache (FPÖ): "Ja, ich habe ein Laster. Ja, ich rauche wieder", bestätigte der FPÖ- Chef der "Krone". Vier Monate habe er es geschafft, aufzuhören, dann aber plötzlich stolze 93 Kilogramm auf die Waage gebracht! Der Speck musste wieder weg: Mittlerweile habe er sich auf 87 Kilo eingependelt, so der 48- Jährige - regelmäßiges Krafttraining gehört bei Strache seit Jahren dazu. Das Rauchen aber leider auch. Die genüssliche Zigarette im Gasthaus will er so auch weiterhin für die Österreicher gesichert wissen - das in der Gastronomie geplante allgemeine Rauchverbot sei nämlich ein "katastrophaler Fehler".

Rauchen ist übrigens eine Angewohnheit, die Strache mit Ex- Parteikollegin Barbara Rosenkranz (Freie Liste Österreich) teilt, wie seitens der FLÖ gegenüber krone.at verraten wurde: Die 59- Jährige dreht ihre Zigaretten allerdings selbst und raucht sie "am Abend, wenn alles ruhig wird".

FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache und Barbara Rosenkranz bei einer Veranstaltung im Jahr 2008
Foto: APA/Helmut Fohringer

Matthias Strolz (NEOS): Auch der NEOS- Spitzenkandidat musste in der Vergangenheit die eine oder andere Häme über sich ergehen lassen. Im "Krone"- Interview hatte er 2014 vom "Meditieren, Tanzen, Fasten und Dichten" im Kloster erzählt - und vom "Welt umarmen und Bäume ausrupfen". Was dem heute 44- Jährigen einen Ruf als Teilzeit- Esoteriker einbrachte. Auch die Worte "Wasser" und "privatisieren" hört der sympathische pinke Parteichef wohl nicht mehr allzu gern in einem Satz. Was sicher stimmt: Auch Strolz hat es etwas mit den überflüssigen Kalorien. "Mein kleines Laster ist gelegentlich ein 'Belohnungsessen' am Abend ...", grinst Strolz. Dieses könne gar "hemmungslos" ausfallen, gibt er offen und ehrlich zu. Das "Jagen nach Schokolade oder Gummibären in der Wohnung" rundet das Ganze dann noch ab. Wohl bekomm's!

Matthias Strolz: "Am 3. Tag beim Fasten schießt die Energie ein. Da könnte ich die Welt umarmen!"
Foto: Reinhard Holl

Roland Düringer (G!LT): Es ist kein Geheimnis. Roland Düringer ist und bleibt ein Benzinbruder! Die legendäre Show im Jahr 2000 ist vielen Österreichern garantiert noch im Gedächtnis - und auch auf krone.at- Nachfrage nennt der 53- Jährige seine Vorliebe für Motorräder als seine "größte Schwäche". Er hatte sogar eine Zeit lang seine eigene Motocross- Strecke inklusive -Schule neben seinem Haus ...

Authentisch: Roland Düringer als "Benzinbruder" im Jahr 1999
Foto: YouTube.com

Mirko Messner (KPÖ): Der 68- jährige Kärntner Kommunist gestand krone.at unter anderem "eine kleine Schwäche für Eis". Außerdem ist der gebürtige Slowene offenbar auch ein leidenschaftlicher Cineast - allerdings mit fragwürdigem Geschmack. "Ich schaue zu viele schlechte Filme bis zum Ende", erzählt der KPÖ- Spitzenkandidat. Seine größte "Schwäche"? "Die KPÖ selbst", sagt er.

Mirko Messner: "Meine größte Schwäche ist die KPÖ selbst!"
Foto: APA/Georg Hochmuth

Ulrike Lunacek (Grüne): Ulrike Lunacek ist linksgerichtete Europapolitikerin - und muss schon allein deshalb ein unglaublich dickes Fell haben. So schreckte die 60- Jährige, die sich unter anderem für die Gleichstellung von Homosexuellen einsetzt, nun aber nicht einmal davor zurück, die Grünen mitten in einer Mega- Parteikrise zusammen mit Ingrid Felipe zu übernehmen und in die Nationalratswahl zu führen. Hut ab! Da sei die eine oder andere kleine "Sünde" schnell verziehen - ihre Vorliebe für Süßigkeiten hat sie mit einigen anderen Spitzenkandidaten gemein. Was uns die Parteizentrale allerdings noch verriet: Auch mit der Pünktlichkeit hat die "Chefin" so ihre Probleme ... Sie komme durchaus "gerne bei Terminen zu spät" - aber alles noch im grünen Bereich.

Ulrike Lunacek: Hat wie viele der Spitzenkandidaten eine Vorliebe fürs Süße.
Foto: APA/Hans Klaus Techt

Stv. Chefredakteur krone.at
Martin Kallinger
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