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22.07.2017 - 10:47
Foto: thinkstockphotos.de

Streifzüge in München

19.04.2017, 09:25

Mehr als 700 Jahre durchgehende Regentschaft der Wittelsbacher haben in München deutliche Spuren hinterlassen. Denn das Erschaffen, Bewahren und Sammeln gehört seit jeher zu den edelsten Aufgaben eines Herrschergeschlechts, und so kann die bayrische Metropole heute unermesslich reiche Kunst- und Kulturschätze vorweisen.

Allein in der Alten Pinakothek kommt man aus dem Staunen gar nicht mehr heraus, was hier alles an den Wänden hängt: Dürers berühmtes "Selbstbildnis mit dem Pelzrock" etwa, Brueghels "Schlaraffenland". Madonnen von Rafael und Leonardo, Rubensskizzen und -gemälde in rauen Mengen, Tintorettos, Van Dycks, Rembrandts - und das trotz eingeschränkten Betriebs, weil das imposante Gebäude gerade umfassend saniert wird.

München - ein einziges Musum!

Doch München kann nicht nur mit alten Schinken punkten - schließlich gibt es noch eine Neue Pinakothek und eine weitere, die sich der Moderne verschrieben hat. Darüber hinaus lockt das Lenbachhaus mit einer faszinierenden Sammlung der Künstlergruppe "Der Blaue Reiter" mit erstklassigen Gemälden von Wassily Kandinsky, Gabriele Münter und Franz Marc, aber auch Jawlensky, Kubin, Klee. Das historisch belastete "Haus der Kunst", ein protziger Nazi- Bau, zeigt aktuell "Postwar", eine der spannendsten Ausstellungen über die Kunstentwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg, die Direktor Okwui Enwezor (Chef der Venedig- Biennale 2015) mit kraftvoller Kuratorenpranke zusammengestellt hat. Auch hier liest sich die Liste der teilnehmenden Künstler wie ein Who’s who der internationalen Gegenwartskunst.

Die Zahl der Museen und Galerien ist so groß, dass man selbst mit intensivster Anstrengung pro Münchenbesuch nur einen ganz kleinen Bruchteil schafft, nicht einmal die Münchner Kulturschaffenden selbst kennen alle.

Die Frauenkirche in München
Foto: dpa

Stadt der Theater

Und mit den Theatern ist es nicht viel anders. Die Münchner Staatsoper, in den vergangenen Jahren mehrfach zum Opernhaus des Jahres gekrönt, ist eines der führenden Häuser weltweit. Intendant Nikolaus Bachler, gebürtiger Steirer und ehemaliger Burg- Direktor, vereint hier Spitzensänger, Stardirigenten und Topregisseure. Ob Raritäten wie Halévys "La Juive", Klassiker wie Donizettis "La Favorite" mit   Elîna Garanèa in der Hauptrolle oder Giordanos "Andrea Chénier" ab Frühjahr 2017 mit dem bis dahin hoffentlich wieder gesunden Jonas Kaufmann - um Karten muss man sich hier rechtzeitig bemühen. Sie sind heiß begehrt.

Fest in österreichischer Hand ist auch das Residenztheater gleich nebenan. Hier regiert der gebürtige Kärntner Martin Kuðej und schafft immer wieder maßgebliche Inszenierungen. Seine Version von Goethes "Faust" steht bereits seit mehr als zwei Jahren auf dem Spielplan und ist - zu Recht - fast immer ausverkauft. Am Gärtnerplatztheater hält der Niederösterreicher Josef E. Köpplinger die Zügel in der Hand. Auch wenn sein Stammhaus gerade renoviert wird, sorgt er für Schlagzeilen. Etwa mit der Uraufführung von Johanna Doderers Oper "Liliom" in der ehemaligen Reithalle, die ihm als Übergangs- Spielort dient.

Blick auf den Marienplatz mit dem Münchner Rathaus
Foto: obs/München Tourismus/Siggi Müller

In Schwabing

Doch auch abseits der Hochkultur ist München eine verwöhnte Stadt. Im mittlerweile total hippen Schwabing blüht die Kleinkunst, hier ist nicht nur die berühmte Lach- und Schießgesellschaft zu Hause, hier gibt es viele kleine Kabarettbühnen und freie Theater. Und selbst den "Monaco Franze" kann man hier in seinem Stammcafé, der Conditorei Münchner Freiheit, noch treffen, wenn auch nur als Bronzestatue im Gastgarten.

Wem dann vor lauter Kunst und Kultur der Schädel raucht, der kann bei einem Spaziergang durch den prächtigen Englischen Garten ganzjährig den Surfern zuschauen oder bei Bier, Fußball und netten Gesprächen mit den offenen, freundlichen Münchnern sich für den nächsten Kulturmarathon wappnen.

Michaela Reichart, Kronen Zeitung

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