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Foto: Rockfish Games / Video: Rockfish Games

Der Tod als Kopilot: "Everspace" am Prüfstand

16.07.2017, 06:00

Der Weltraum übt in jüngster Zeit große Anziehungskraft auf Gamer aus. Da werden Millionen ins Crowdfunding- finanzierte "Star Citizen" gesteckt, da wird ein kleines Indie- Spiel wie "No Man’s Sky" trotz offensichtlicher Schwächen zum Kassenschlager. Mit "Everspace" will jetzt auch das Game eines kleinen Studios in Deutschland seinen Teil vom Kuchen. Ohne unendliche Weiten und tiefgründige Geschichten, sondern schlicht mit der Quintessenz eines Weltraum- Ballerspiels: spannenden Raumschlachten. Ob es die hat? Wir haben den Test.

Der Tod sitzt in "Everspace"  mit im Cockpit. Er ist des Spielers ständiger Begleiter, verzichtet das dank Unreal Engine ausnehmend hübsch anzusehende Arcade- Weltraumspiel des kleinen Hamburger Studios Rockfish Games doch auf eine überbordende Story oder exzessive Erkundung. Es schickt den Spieler stattdessen einfach auf ein Himmelfahrtskommando.

Jeder Tod ist ein neuer Anfang

Mit dem schwer bewaffneten Raumjäger geht es in abwechslungsreich gemachte Weltraum- Levels, einen nach dem anderen. Ereilt den Piloten der Tod, geht es von vorne los. Und das passiert gerade anfangs oft. Der Schmäh: Was der Spieler bis dahin gefunden hat, darf er behalten und beim nächsten Durchgang einsetzen. Mit größerer Macht und stärkerer Ausrüstung kommt dann auch größerer Fortschritt bis zum Grande Finale, Profis marschieren am Ende in einer Stunde durchs ganze Spiel. "Roguelike" nennen Gamer dieses Spielprinzip, in "Everspace" versucht man es mit einer rudimentären Story um Klone zu erklären.

Obwohl eine richtige Story fehlt, entfaltet "Everspace" schon nach kurzer Zeit gewisses Suchtpotenzial. Die Kämpfe im All sind nämlich ebenso spannend wie zugänglich. Dank der präzisen Steuerung kommt es schnell zu ersten Erfolgserlebnissen, für maximale Effizienz braucht es aber die erst nach und nach freigeschaltete bessere Ausrüstung von der Laserkanone bis zum neuen Schiff.

Prachtvolles Universum voller Effekte

Die zu sammeln macht im mit prachtvollen Lichteffekten angereicherten "Everspace"- Universum mächtig Freude. Da leuchten Sonnen und Nebel durch Asteroidenfelder mit Feinden und Ressourcen vom Sprit bis zum Erz. Gleißende Laserwaffen durchziehen das All, mächtige Explosionen durchdringen das Schwarz, bunte Gasriesen kreisen um blendende Sterne. Bedenkt man, dass hier ein kleines Studio mit begrenzten Mitteln am Werk war, hat man optisch sehr viel aus "Everspace" herausgeholt.

Spielerisch macht es ebenfalls Freude. Gesammelte Ressourcen werden in einem Crafting- Menü zu neuen Waffen, Schilden, Energieboostern und anderem Gerät zum Schiffstuning verarbeitet, wodurch am Ende jeder virtuelle Tod auch zur Chance für Bastler wird. Die Steuerung reagiert flott und präzise, ist nicht im Simulations- , sondern im Arcade- Bereich daheim.

Keine richtigen Dogfights

Ist also alles toll an "Everspace"? Ganz so ist es dann doch nicht. Es gibt zum Beispiel nur drei Schiffe. Und wer in dem Weltraum- Ballerer Dogfights à la "Ace Combat" sucht, wird enttäuscht sein. Eigentlich eh klar: Die Gesetze der Aerodynamik gelten im All nicht, hier kann wild beschleunigt und abgebremst werden, hier klappen Manöver, die man in der Atmosphäre nicht machen könnte - etwa seitliches dahinfliegen, während man auf den Gegner ballert. Es fühlt sich somit eher nach Shooter an. Da ist es nur konsequent, dass es keine Joystick- Unterstützung gibt.

Die fehlende bzw. sehr rudimentäre Handlung ist ebenfalls so eine Sache. Es gibt zwar einen Ingame- Almanach, in dem man ein paar Dinge über die Alienrassen im Spiel lesen kann. Auch ein einfaches Ruf- System ist vorhanden, durch das man durch den Abschuss von Schiffen bei bislang neutral gesinnten Zeitgenossen in Ungnade fällt. Aber erzählerisch hat "Everspace" nichts zu bieten, allenfalls die gut getroffene All- Atmosphäre fesselt den Spieler.

Der Tod kommt unerwartet

Zeit zum Nachdenken hat er aber ohnedies kaum. In "Everspace" kommt der Tod unerwartet. Da kann es passieren, dass man alle Gegner im Level besiegt glaubt, fröhlich die hinterlassenen Ressourcen einsammelt - und auf einmal von einem ins System gesprungenen schwer bewaffneten Feindschiff beharkt wird. Da bleibt nur die Flucht ins nächste System, wo die Jagd aufs Neue beginnt.

Angesichts des präzisen Handlings der Gleiter hätten wir uns zwar einen Mehrspielermodus gewünscht, den gibt es aber leider nicht. Sehr wohl gibt es dafür VR- Unterstützung, Besitzer entsprechender Brillen könnten in der Cockpit- Ansicht viel Freude mit "Everspace" haben, immerhin wird hier vor allem optisch wirklich eine Menge geboten, an den Soundeffekten und der musikalischen Untermalung kann man außer der nicht ganz gelungenen Sprachausgabe auch nichts bemängeln.

Fazit: "Everspace" ist für Arcade- affine Weltraum- Fans ein tolles Game für Zwischendurch. Eine Partie dauert nicht lang, durch die Item- Sammelei und die Schiffsverbesserungen startet man es dann aber doch immer wieder. Es ist weder allumfassendes Weltraum- Epos noch richtiger Dogfight- Simulator, bedient seine Nische aber sehr gut. Und mit einem Budgetpreis von 28 Euro tut es im Börsel zudem nicht übermäßig weh.

Plattform: PC (getestet), PS4 (Ende 2017), Xbox One
Publisher: Rockfish Games
krone.at- Wertung: 8/10

Redakteur
Dominik Erlinger
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