Viola Kleiser beim 60m-Lauf
Foto: GEPA

Skandal! Kampfrichter ignorieren Wettkampfregeln

20.02.2017, 11:56

Eigentlich ist es unglaublich, was sich bei der Zeitmessung im Rahmen der österreichischen Leichtathletik- Meisterschaften im Dusika- Stadion abgespielt hat! Im Grunde haben die Kampfrichter eine Regel ignoriert. Konkret geht es darum, dass bei Läufen auf der Bahn bis einschließlich 10.000 m die Tausendstel auf die nächste Hundertstel aufgerundet werden müssen. In Wien aber wurde kurzerhand abgerundet - womit möglicherweise alle Zeiten um ein Hundertstel zu schnell waren.

Dieser eklatante Fehler ist beim 60- m-Finale der Frauen offenkundig geworden. Da es dort ein Foto- Finish gab, wurden die Tausendstel herangezogen. Für Siegerin Viola Kleiser lauteten diese 7,521 Sekunden, für Alexandra Toth 7,527. Die Regel des Weltverbandes 165, 23 (a) besagt aber, dass in diesem Fall das offizielle Ergebnis auf die nächste Hundertstel, also auf 7,53 aufgerundet werden muss. Offiziell wurden aber 7,52 Sekunden angegeben. In der Leichtathletik, wo es nun mal auf Hundertstel ankommt, eigentlich unvorstellbar, das Ergebnis ist schlicht verkehrt.

Markus Fuchs
Foto: GEPA

Was verwundert: Die "Krone" machte unmittelbar nach Bekanntgabe des Resultats die Veranstalter auf den Fehler aufmerksam. Der Kampfrichter las selbst die entsprechende Regel in der deutschen Version mit dem Hinweis auf das "Aufrunden" vor, beharrte aber auf den 7,52. Ein anderer Offizieller behauptete immer wieder, dass die Zeit nach den 7,52 "abgeschnitten" werde.

Was schockiert: Die Verbandsspitze mit Präsidentin Sonja Spendelhofer gab später der "Krone" mit der Regelauslegung vollkommen recht, aber das Resultat bleibt bis jetzt falsch in den Ergebnislisten.

Auch Sprint- Zeit der Männer verkehrt

Es ist durchaus denkbar, dass sich dieser Fehler durch die ganze Meisterschaft durchzog. Auch das Ergebnis der 60- m-Dritten Steffi Bendrat ist eindeutig verkehrt (7,53 statt 7,54). Und eine Recherche der "Krone" für die 60 m der Männer bestätigte auch hier für den Sieger Markus Fuchs den Fehler. Dieser hatte über seine vermeintlichen 6,69 Sekunden gejubelt. Auf Tausendstel lautete seine Zeit aber 6,695. Diese hätten auch aufgerundet gehört - auf 6,70. Sehr wahrscheinlich ist auch der Rekord der 4 x 200- m-Frauenstaffel von Union St. Pölten (1:37,99) nicht korrekt. Wenn es nicht exakt 1:37,990 gewesen sind, gehört die neue Bestmarke  auch aufgerundet auf 1:38,00.

Weltverband bestätigt die "Krone"

Um auf ganz sicher zu gehen, legte die "Krone"  die Streitfrage auch dem Leichtathletik- Weltverband vor. Dieser bestätigte eindeutig, dass die Sprintzeiten von Kleiser und Toth auf 7,53 aufgerundet werden müssen. Die IAAF erklärte weiter, dass  in manchen Sportarten die Ergebnisse "abgeschnitten" (das heißt abgerundet) werden, aber in der Leichtathletik gehören sie eindeutig aufgerundet. Die IAAF bekannte auch, dass vor zehn  Jahren sogar beim Grand Prix in Doha Omega dieser Fehler passiert, aber später korrigiert worden sei…

Olaf Brockmann, Kronen Zeitung

Redaktion
krone Sport
Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Werbung
Werbung
Werbung
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2017 krone.at | Impressum