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Derby: Der Altspatz im Nest des Grünschnabels

21.04.2017, 16:54

Das Derby in Hütteldorf ist für Rapids Goran Djuricin ("Das wird ein megageiles Derby" - siehe Video oben!) das zweite Bundesliga- Spiel als Cheftrainer. Austrias Thorsten Fink hat seinem Kontrahenten einiges voraus...

"Entschuldigung, braucht man hier einen Parkschein?", fragte Goran Djuricin unsicher. Antwort des Passanten im 13. Bezirk: "Sie sicher net, Sie san ja der neue Rapid- Trainer." Womit der 42- Jährige am Donnerstag auch erstmals ohne Trainingsanzug erkannt wurde. "Ein gutes Gefühl", das der Neo- Coach auch vor dem Derby hat. Nicht weil er die Austria bereits mit Ebreichsdorf am Rande der Niederlage hatte - "da waren wir Underdog, hatten nichts zu verlieren."

Sondern weil Intensität und Aggressivität in der ersten ganzen Trainingswoche seiner Ära hoch waren, er weiß, was Grün- Weiß erwartet: "Eine tief stehende Austria, die auf ihre schnellen Spitzen und Konter setzt." Ob Rapid mit einem Derbysieg endgültig aus der Krise wäre? "Nein, dafür müsste auch ein Sieg Mittwoch im Cup- Halbfinale gegen den LASK her. Wenn wir beide Partien gewinnen, mache ich einen Salto", sagt jener Mann, der in 15 Pflichtspielen für die Austria einmal traf, nie in einem Derby auflief. In seiner violetten Ära mit Trainer Coordes und Andy Ogris ging es turbulent zu: "Aber 'Ogerl' ist ehrlich, loyal, ein geiler Typ", nickt der Kaisermühlner, der mit 18 Jahren bereits Vater wurde, anerkennend.

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Auch mit dem ersten Derbysieg will er früh dran sein - der letzte Rapid- Trainer, der sein erstes Heimderby gewann, war Ernst Dokupil - 3:1 am 23.Oktober 1994! Er bringt viele Emotionen mit, arbeitet akribisch, war in der Ära Canadi trotz Meinungsverschiedenheiten immer loyal", sagt Sportchef Bickel über seinen neuen Coach.

Während mit dessen Vorgänger am Freitag die einvernehmliche Auflösung des Dienstverhältnisses erfolgte. Den Sieg gegen Altach sieht Bickel "als kleinen Schritt nach vorne", ein Derbysieg wäre ein großer. Weiß auch Thomas Murg: "Wenn wir defensiv so wie gegen Altach agieren, offensiv bessere Lösungen finden, ist viel möglich. Wir haben jetzt wieder mehr Freiheiten."

Djuricin ärgerte Fink schon im Herbst

Letzten Herbst gab's schon einmal das Trainerduell Goran Djuricin gegen Thorsten Fink: Beim Cup- Achtelfinale Ebreichsdorf gegen Austria konnte "Gogo" mit seiner Regionalliga- Truppe Violett mehr als ärgern, holte in der regulären Spielzeit ein 0:3 auf (der 3:3- Ausgleich gelang in der zweiten Minute der Nachspielzeit in Unterzahl!), letztendlich musste man sich nach Verlängerung knapp mit 4:5 geschlagen geben.

"Ja, er hat uns im Cup geärgert", sagt Fink, "aber letztendlich haben wir gewonnen." Wobei Austrias Trainer Sonntag sicher nicht glücklich wäre, wenn Djuricin und Rapid in der 92. Minute das 3:3 gelingen würde. Der neue Trainer bei Grün- Weiß - er ist natürlich auch Thema bei Violett. Weniger wegen der taktischen Ausrichtung, mehr wegen der Motivation. Fink weiß aus eigener Erfahrung, "dass ein Trainerwechsel bei Spielern immer für neue Impulse sorgt".

Auch der letzte Herbst ist bei Fink ein Thema - aber nicht das Ebreichsdorf- 3:3, sondern das Derby- 2:0 in Hütteldorf. "Wir waren die Ersten, die im neuen Rapid- Stadion gewonnen haben, daran werde ich die Mannschaft sicher vorm Spiel wieder erinnern!" Aber Fink weiß auch, "dass jedes Spiel neu gespielt wird, dies besonders für ein Derby gilt". Sieht auch Sportchef Franz Wohlfahrt so: "Ich bin mit meinen Erwartungen für Sonntag sehr vorsichtig. Bei einem Derby ist das Stadion egal, ist der Tabellenplatz egal, da ist immer jeder Ausgang möglich."

Zumindest einen Punkt muss die Austria machen, damit der Wunsch des Trainers mit Blick in Richtung der nächsten drei "Kracher- Runden" (nach Rapid geht es gegen die Europacup- Konkurrenten Sturm und Altach) in Erfüllung geht: "Auch wenn ich immer nur von Spiel zu Spiel schaue, die volle Konzentration jetzt einmal Rapid gilt - sieben Punkte aus diesen drei Partien wären super!"

Florian Gröger und Peter Klöbl, Kronen Zeitung

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