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24.04.2017 - 03:41
Flucht vor Trumps Politik: Eine kolumbianische Frau überquert illegal die US-kanadische Grenze.
Foto: AP, AFP

Asylwerber fliehen aus den USA nach Kanada

26.02.2017, 13:24

Aus Angst vor der strikten Einwanderungspolitik von US- Präsident Donald Trump steigt die Zahl der sich in den USA aufhaltenden Migranten, die nach Kanada wollen. Hunderte von ihnen - darunter ganze Familien - überquerten in den vergangenen Wochen zu Fuß mit schwerem Gepäck nahe dem offiziellen Grenzübergang Lacolle, der rund 70 Kilometer südlich der Millionenstadt Montreal liegt, die Grenze - teils mitten in der Nacht und bei klirrender Kälte.

Asylsuchende aus den USA, die in Kanada an offiziellen Grenzübergängen, Bahnhöfen und Flughäfen ankommen, werden gemäß einer bilateralen Vereinbarung von den dortigen Behörden zurückgeschickt. Wer sich jedoch illegal an anderer Stelle durchschlägt, darf erst einmal bleiben und einen Asylantrag stellen.

"Diese Leute sind eher Flüchtlinge als Migranten"

Um sich ein Bild von der aktuellen Lage zu machen, schickte das UNO- Flüchtlingshochkommissariat (UNHCR) zusammen mit der kanadischen Polizei eine Delegation nach Lacolle und Umgebung. "Diese Leute sind eher Flüchtlinge als Migranten", sagte UNHCR- Mitarbeiter Jean- Nicolas Beuze der Nachrichtenagentur AFP. "Sie kommen nicht zwangsläufig nach Kanada, um ein besseres Leben zu haben, sondern weil ihnen in ihrem Herkunftsland Verfolgung droht." Die meisten Betroffenen kämen ursprünglich aus Ländern wie Syrien, dem Sudan, dem Jemen oder der Türkei, aber auch aus Lateinamerika.

Foto: AFP

In den USA fühlten sie sich offenbar nicht mehr sicher. "Die Leute haben Angst, dass sie sich am Ende in einer Situation wiederfinden, in der sie keinen Zugang zu einem fairen System haben", so Beuze. Die meisten der Neuankömmlinge in Kanada seien zuvor mit einem gültigen Visum in die USA eingereist und hätten wegen der Lage in ihren Herkunftsländern "gute Aussichten" gehabt, als Flüchtlinge anerkannt zu werden.

Kanadische Grenzpolizisten mit einer aus den USA geflohenen sudanesischen Frau
Foto: AFP

Sie seien großteils gut ausgebildet und gehörten der Mittel- und Oberklasse an, sagte Beuze. "Sie wissen, was sie tun, und haben ihre Reise gut vorbereitet." Viele hätten sich im Vorhinein im Internet informiert und "selbst herausgefunden", wie sie in Kanada einen Asylantrag stellen - auf die Hilfe von Menschenschmugglern seien sie daher nicht angewiesen. Trotzdem koste sie die Reise bis zu 5000 kanadische Dollar (rund 3600 Euro).

Foto: AFP

Kanadischer Premier: "Vielfalt ist unsere Stärke"

Der kanadische Premierminister Justin Trudeau hatte Ende Jänner als Reaktion auf das von Trump verhängte, aber inzwischen gerichtlich außer Kraft gesetzte Einreiseverbot  demonstrativ den Willen seines Landes bekräftigt, weiterhin Flüchtlinge aufzunehmen. "An alle, die vor Verfolgung, Terror und Krieg flüchten: Kanada wird euch willkommen heißen, ungeachtet eures Glaubens. Vielfalt ist unsere Stärke", sagte Trudeau damals.

Kanadas Premier Trudeau bei der Begrüßung syrischer Flüchtlinge am Flughafen von Toronto
Foto: ASSOCIATED PRESS

Trump will alle illegal Eingewanderten abschieben

In den USA hingegen müssen künftig die meisten illegal eingewanderten Menschen mit ihrer Abschiebung rechnen. Wie aus neuen Richtlinien des Heimatschutzministeriums  hervorgeht, sind davor nur Einwanderer geschützt, die schon als Kinder von ihren Eltern ins Land gebracht wurden. Ihre Zahl beträgt 750.000, während sich Schätzungen zufolge insgesamt elf Millionen Menschen illegal in den USA aufhalten.

Redaktion
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