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27.03.2017 - 03:01
Scharfschützen einer Spezialeinheit der russischen Armee
Foto: EPA

Bereiten Spezialkräfte Intervention in Libyen vor?

15.03.2017, 11:19

Russland hat laut Angaben aus US- und ägyptischen Militärkreisen offenbar Spezialkräfte nach Westägypten in die Nähe der libyschen Grenze verlegt und nährt damit Sorgen über ein verstärktes russisches Engagement in dem Bürgerkriegsland. Die USA hätten vermutlich russische Spezialkräfte und Drohnen auf dem Luftwaffenstützpunkt Sidi Barrani beobachtet, hieß es in Washington. Moskau unterstützt den libyschen Kommandanten Khalifa Haftar im Kampf um die Macht im gespaltenen Land.

In ägyptischen Sicherheitskreisen hieß es, Russland habe eine 22 Mann starke Spezialeinheit entsandt. Anfang Februar habe Russland bereits den ägyptischen Militärstützpunkt Marsa Matruh weiter im Osten genutzt. Russische Flugzeuge hätten etwa sechs Militäreinheiten nach Marsa Matruh gebracht, ehe die Maschinen rund zehn Tage später nach Libyen weitergeflogen seien. Ein Sprecher von Haftars Truppen sagte, dessen Libysche Nationalarmee erhalte keine Militärhilfe vom russischen Staat oder von privaten russischen Militärfirmen. Es gebe keine russischen Truppen oder Stützpunkte im Osten Libyens. Auch das Verteidigungsministerium in Moskau teilte am Dienstag mit, es habe keine Spezialkräfte in Ägypten.

Gegenregierung in Ostlibyen bittet Moskau um Hilfe

Zugleich gab es in Russland Meldungen, das von Haftar beeinflusste Parlament im ostlibyschen Tobruk habe um russische Militärausbildner gebeten. "Wir haben die russische Regierung gebeten, uns bei der Ausbildung von Soldaten und der Reparatur von Militärtechnik durch russische Spezialisten zu helfen", sagte der Parlamentsvorsitzende Aguila Saleh der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Ria Nowosti zufolge.

Mit Khalifa Haftar will Moskau offenbar einen beeinflussbaren Mann in Libyen an die Macht bringen.
Foto: AFP

Libyen versinkt seit dem Sturz von Langzeitmachthaber Muammar al- Gadafi 2011 in Chaos und Gewalt. Hunderte Rebellengruppen kämpfen gegeneinander, während die Regierung in Tripolis und General Haftar mit seinem Machtbereich im Osten einander gegenseitig blockieren. Die USA und mehrere andere westliche Staaten haben in den vergangenen beiden Jahren Spezialkräfte und Militärberater nach Libyen geschickt.

Ein Panzer der von der UNO gestützten Regierung der Nationalen Einheit in Sirte
Foto: AFP

Private Sicherheitsfirma aus Russland als Vorhut?

In Haftars Einflussbereich operierte bis Februar eine bewaffnete Einheit aus mehreren Dutzend privaten Sicherheitsberatern aus Russland, wie der Chef des betreffenden Unternehmens, Oleg Krinitsyn, bestätigte. Allerdings sagte Krinitsyn am Montag in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters, dass seine RSB- Gruppe lediglich an der Räumung von Minen in von Islamisten befreiten Gebieten beteiligt gewesen sei. Seine Angestellten seien bewaffnet gewesen, hätten sich aber nicht an Kampfhandlungen beteiligt.

Durch die Minenräumung dürften nun Haftars Truppen leichter vorankommen. Erst vor Kurzem haben sie eine Offensive gestartet, um die wichtigsten Ölhäfen Libyens einzunehmen. Eine Operation zur Rückeroberung der Stadt Ras Lanuf, die wichtige Ölterminals beherbergt, habe begonnen, sagte ein hochrangiger Kommandant der Truppen Haftars lokalen Medien zufolge am Dienstag.

Die Mission richte sich gegen die Verteidigungsbrigaden Bengasis, die Anfang März mehrere Ölterminals in dem zentralen Küstengebiet Libyens eingenommen hatten. Der Haftar nahestehende Fernsehsender Libya al- Hadath meldete die Einnahme Ras Lanufs und die Flucht der "terroristischen Banden". Die Gegenseite erklärte hingegen, dass der Angriff abgewehrt worden sei.

Ein Milizangehöriger vor dem Ölhafen von Ras Lanuf
Foto: ASSOCIATED PRESS

USA: Kreml versucht Einflussbereich wieder aufzubauen

Laut Einschätzung des US- Verteidigungsministeriums versucht der russische Präsident Wladimir Putin nach dem aus russischer Sicht erfolgreichen Einsatz in Syrien seinen Einflussbereich in Libyen wiederzuerlangen. Russlands Ziel in Libyen scheine zu sein, wieder einen Fuß in die Tür zu bekommen, wo die Sowjetunion früher Gadafi als Verbündeten hatte, hieß es in US- Geheimdienstkreisen. "Zugleich begrenzen sie ihr militärisches Engagement offenbar ähnlich wie in Syrien: Es ist groß genug, um die Dinge dort aufzumischen, aber nicht groß genug, um die Lage in ihrem Sinne unter Kontrolle zu bringen", hieß es.

Redaktion
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