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24.09.2017 - 17:38
Foto: twitter.com

Israel: Hungerstreik- Anführer isst heimlich Kekse

08.05.2017, 15:27

Der bekannte palästinensische Politiker Marwan Barghouti, der seit 2004 eine lebenslange Haftstrafe in Israel absitzt, hat vor zwei Wochen einen groß angelegten Hungerstreik abgekündigt. Ihm sind mehr als 1000 Palästinenser gefolgt. Nun hat die israelische Strafvollzugsbehörde Videos veröffentlicht, auf denen Barghouti zu sehen ist, wie er heimlich in seiner Zelle isst. Barghoutis Ehefrau Fadwa bezeichnete die mutmaßlichen Aufnahmen ihres Mannes beim Essen als "gefälscht". Sie seien dazu gedacht, "die Moral der Häftlinge zu brechen".

Foto: twitter.com

Die Aufnahmen, die vom 27. April und 5. Mai stammen sollen, wurden von israelischen Medien veröffentlicht und sorgen seither für große Aufregung. Man sieht Barghouti immer wieder mit weißen Umschlägen in den Händen, mit denen der 57- jährige Fatah- Politiker auf der Toilette seiner Gefängniszelle verschwindet. Einmal sieht man ihn einen Müsliriegel auspacken und essen, ein anderes Mal Kekse verputzen.

Wie gelangt man in Isolationshaft an Essen?

Die Leitung des Kishon- Gefängnisses in Nordisrael teilte in einem offiziellen Statement mit, man könne sich nicht erklären, wie Barghouti an das Essen gelangt sei. Seine Anhänger bezeichnen wie auch Ehefrau Fadwa das Video als Fake bzw. Teil der psychologischen Kriegsführung der israelischen Regierung, um den Widerstand der Palästinenser gegen die "unhaltbaren Zustände" in den Haftanstalten zu brechen. Schließlich befinde sich Barghouti in Isolationshaft und habe überhaupt keine Möglichkeit, an Lebensmittel zu gelangen.

Marwan Barghouti auf einem Archivbild aus dem Jahr 2012
Foto: AP

Tatsächlich haben seit Beginn des jüngsten groß angelegten Hungerstreiks am 17. April mehrere Hundert Häftlinge ihren Protest wieder freiwillig beendet. Nach Angaben der israelischen Behörden befinden sich derzeit noch 894 palästinensische Gefangene im Hungerstreik.

Barghoutis Ehefrau Fadwa spricht von einer Fälschung.
Foto: AP

Machtkampf um Nachfolge von Palästinenserpräsident

Während Barghouti laut seiner eigenen Darstellung für bessere Haftbedingungen - unter anderem Zugang zu Telefonen, erweiterte Besuchsrechte und bessere medizinische Versorgung - eintritt, vermutet die israelische Regierung vielmehr innerpalästinensische Machtkämpfe als wahren Grund für die jüngste Aktion. Barghouti gilt als chancenreichster Kandidat auf die Nachfolge von Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas, der sich seit seiner Wahl im Jahr 2005 und der Machtübernahme durch die Hamas im Gazastreifen nach einem Bürgerkrieg in den Jahren 2006 bis 2007 nie wieder einer Abstimmung unterzog und seither regiert.

Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas
Foto: AP

Redakteur
Gabor Agardi
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