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20.09.2017 - 00:14
Foto: AP

Krankmeldungen: "Piloten- Revolte" bei Air Berlin

12.09.2017, 11:43

Wegen Krankmeldungen zahlreicher Piloten hat Air Berlin am Dienstag rund 100 der geplanten 750 Flüge abgesagt. Grund für die Ausfälle seien "außergewöhnlich viele Krankmeldungen im Cockpit", sagte ein Unternehmenssprecher. Die Airline bat Passagiere, vor der Fahrt zum Flughafen den Status ihres Fluges  zu prüfen.

Etwa 200 der 1500 Piloten fielen am Dienstag aus. Betroffen sind auch jeweils zwei Flüge zwischen Wien und Düsseldorf bzw. Berlin. Reisenden, die von Streichungen betroffen seien, solle die "bestmögliche Reisealternative" angeboten werden. "Wir bedauern die Unannehmlichkeiten für unsere Gäste", sagte der Sprecher.

"Pures Gift" für Übernahmeverhandlungen

In einer internen Mitteilung der Air Berlin, die der Deutschen Presse- Agentur vorliegt, wählte Oliver Iffert, der den Flugbetrieb steuert, deutliche Worte: "Heute ist ein Tag, der die Existenz der Air Berlin bedroht." Für die Verhandlungen mit Interessenten über eine Übernahme von Teilen des Unternehmens seien die Ausfälle "pures Gift", ebenso für das Ziel, dabei so viele Arbeitsplätze wie möglich zu erhalten.

Gewerkschaft ruft zum Weiterarbeiten auf

Die "Bild"- Zeitung hatte zuvor über eine "Piloten- Revolte" berichtet. Grund dafür soll eine Auseinandersetzung über den Übergang von Piloten der insolventen Airline auf den potenziellen neuen Käufer sein. Die Pilotengewerkschaft widersprach: "Zu keinem Zeitpunkt hat die Vereinigung Cockpit (VC) dazu aufgerufen, sich krankzumelden." Ganz im Gegenteil: Die Gewerkschaft appellierte an die Mitarbeiter, weiterzuarbeiten. Es sei "extrem wichtig, dass der Flugbetrieb weiterläuft", um die Arbeitsplätze nicht zu gefährden, sagte Cockpit- Sprecher Markus Wahl am Dienstag.

Foto: APA/dpa/Bernd Thissen

Karibik- Flugprogramm gestrichen

Erst am Montag hatte Air Berlin bekannt gegeben, ihr Karibik- Flugprogramm ab Düsseldorf mit 24. September einzustellen. Flüge auf die Niederländischen Antillen, nach Cancun in Mexiko, nach Havanna und Varadero auf Kuba sowie in die Dominikanische Republik entfielen damit. Hintergrund sei die im Insolvenzverfahren nötige Reduzierung der Langstreckenflotte.

Die Pilotengewerkschaft befürchtet, dass der Langstreckenbetrieb der Air Berlin komplett eingestellt werden könnte. VC- Präsident Ilja Schulz befürchtet, dass man insbesondere die gut bezahlten Langstreckenpiloten loswerden wolle, bevor es zu einer Übergabe von Betriebsteilen komme: "Die Braut wird quasi für die Hochzeit hübsch gemacht. Das ist ein Skandal, den wir uns so nicht bieten lassen."

Foto: AP

Die verlustreiche Air Berlin hatte Mitte August Insolvenz angemeldet, nachdem ihre arabische Großaktionärin Etihad die Zahlungen an die Berliner eingestellt hatte.  Noch bis zum 15. September können Kaufangebote für die Fluggesellschaft abgegeben werden.

Redaktion
krone.at
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