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23.05.2017 - 21:09
Rabbi Shmuley und Stephen Bannon (re.) vor den geleakten Regierungsplänen am Whiteboard
Foto: twitter.com

US- Regierungspläne per Twitter- Selfie geleakt

05.05.2017, 16:28

Wer schon jemals ein Selfie geschossen hat, weiß, worauf man dabei achten muss: auf den Hintergrund. Nicht sehr erprobt in der Handhabe seiner Handykamera scheint diesbezüglich der Chefstratege von US- Präsident Donald Trump, Stephen Bannon, zu sein. Sein Treffen im Weißen Haus mit einem US- Rabbi hielt er nämlich auf einem Foto fest - und veröffentlichte dabei unbeabsichtigt seine politischen Ziele ...

Blöd gelaufen: Rabbi Shmuley postete die Fotos nach dem Treffen mit Bannon auf dem Kurznachrichtendienst Twitter - und damit begann die Misere. Im Hintergrund ist nämlich ein Whiteboard, auf dem - recht gut zu erkennen - die handgeschriebene To- do- Liste Bannons für seine Zeit im Weißen Haus steht.

Politik- Analytiker erfreut

Des einen Leid, des anderen Freud: Vor allem US- Medien und Politikwissenschaftler zeigen sich erfreut über den Twitter- Fauxpas. Die "Washington Post" hat bereits eine Liste der erkennbaren Teile samt analytischer Kommentare  veröffentlicht. In dem Artikel heißt es, ein großer Schwerpunkt liege auf einer restriktiven Einwanderungspolitik - darunter sind der bekannte Plan, eine Mauer an der Grenze zu Mexiko zu bauen (und die Mexikaner dafür zahlen zu lassen), der Personalausbau beim Grenzschutz und der Einwanderungsbehörde sowie zusätzliche Einschränkungen für Zuwanderer.

Trump und Bannon
Foto: MANDEL NGAN/AFP

Nicht alles lesbar

Trotz der Bemühungen vieler Twitter- Nutzer, die beiden Fotos zu vergrößern und die Qualität der Bilder zu verbessern, sind nicht alle Punkte der populären To- do- Liste einwandfrei erkennbar. So etwa beim Punkt "Handel" - es sind nur einzelne Wörter zu sehen, nicht aber, zu welchen Unterpunkten die Wörter gehören.

War das alles geplant?

Mehrere Beobachter vermuten, dass Bannon damit gerechnet hat, dass seine Liste veröffentlicht wird. Auch einzelne Formulierungen weisen darauf hin - sie sind teilweise sehr ausufernd und genau, also schlicht auffällig. Laut "Washington Post" sei es auch wichtig zu bedenken, dass Bannon zu dem Zeitpunkt, als das Foto gemacht wurde, wusste, dass es womöglich in sozialen Netzwerken landen würde - und dass er das auch in Ordnung finde.

Spott und Gelächter in sozialen Medien

Das Internet verzeiht nichts - so auch nicht in diesem Fall. Schnell fanden sich Tausende Twitter- Nutzer, die die Situation lustig fanden. "Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte", postete jemand. Ein anderer User bemerkte spöttisch: "Was würde ich dafür geben, zu sehen, wie die Putzfrau das Whiteboard sauber wischt!" Viele User analysierten auch den Text, der auf dem Whiteboard zu lesen ist - es fällt etwa auf, dass der Punkt "repeal and replace obamacare", also "Aufhebung und Ersatz von 'Obamacare'", der Gesundheitsreform von Trumps Vorgänger Barack Obama, (noch) keinen Haken hat.

Redakteurin
Clara Milena Steiner
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