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22.08.2017 - 05:48
Foto: dpa

Handels- KV neu: Mehr für Neue, weniger für Ältere

25.07.2017, 08:30

Mit einem neuen Kollektivvertrag will der heimische Handel als Arbeitgeber attraktiver werden. Die Sozialpartner haben sich jetzt nach dreijährigen Verhandlungen auf eine Reform des Gehaltsschemas geeinigt: Neueinsteiger werden besser bezahlt, Ältere erhalten beim Wechsel weniger, finden dafür aber leichter einen Job.

400.000 Angestellten im Einzel- , Groß- und Kfz- Handel bekommen beginnend mit 1. Dezember 2017 ein neues Gehaltsschema. Berufseinsteiger verdienen künftig mehr, dafür wird die Einkommenskurve insgesamt flacher. Älteren Beschäftigten werden in Zukunft weniger Vordienstzeiten angerechnet, wodurch sie leistbarer werden sollen. Darauf haben sich die Sozialpartner nach dreieinhalb Jahren geeinigt.

"Starkes Signal einer funktionierenden Sozialpartnerschaft"

Wirtschaftsbund- Generalsekretär Peter Haubner zeigt sich über die Einigung der Sozialpartner auf einen neuen Kollektivvertrag für den Handel erfreut: "Das ist ein starkes Signal einer funktionierenden Sozialpartnerschaft. Es zeigt, dass über drei Jahre an konstruktiven Verhandlungen zu einer zukunftsorientierten Lösung führen können, die Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen zufrieden stellt."

Die Einstiegsgehälter nach Arbeitsbereich und Steigerungen
Foto: APA

Grundgehalt für Angestellte künftig bei 1600 Euro

Was die Umstellung die Handelsbetriebe kosten wird, wurde am Montag bei einem Pressegespräch nicht gesagt. Von den Angestellten in bestehenden Beschäftigungsverhältnissen werde niemand schlechter gestellt: "Niemand verliert Geld", betonte Handels- Obmann Peter Buchmüller. Das Mindestgrundgehalt für Angestellte mit Lehrabschluss beträgt künftig 1600 Euro brutto im Monat. Spitzengewerkschafter Wolfgang Katzian sieht damit eine Benchmark für andere Branchen gesetzt.

Foto: thinkstockphotos.de

Acht unterschiedliche Beschäftigungsgruppen definiert

Das Problem am Handels- Kollektivvertrag war die Palette an unüberschaubaren Beschäftigungsgruppen, teils für Berufe wie Geldboten oder Datatypist, die es gar nicht mehr gibt. Statt schwammigen Formulierungen wie "einfachen und schwierigen Tätigkeiten" einigten sich Arbeitgeber und Gewerkschaft auf acht unterschiedliche Beschäftigungsgruppen - von einfachen Hilfstätigkeiten in Gruppe A und B über klassische Verkaufstätigkeiten mit oder ohne leitender Funktion (Gruppe C bis F) bis zur Geschäftsführungsebene (Gruppe G und H).

Die rund 80.000 Handelsbetriebe haben bis Ende 2021 Zeit, auf das neue Schema umzusteigen. Ein Umstieg könne jeden Monat erfolgen, dann aber mit der gesamten Belegschaft und nicht nur mit Teilen davon. In bestehende Verträge soll nicht eingegriffen werden, sprich, niemand werde weniger verdienen als bisher, wurde am Montag bei einem gemeinsamen Pressegespräch der Sozialpartner versichert. "Niemand verliert Geld", betonte Handels- Obmann Peter Buchmüller.

Redaktion
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