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22.08.2017 - 05:49
Foto: APA/Markus Leodolter, thinkstockphotos.de, krone.at-Grafik

Wirtschaft wächst bis 2021 um 1,7 Prozent pro Jahr

19.07.2017, 10:34

Österreichs Wirtschaft ist im Vorjahr nach einer längeren Schwächephase wieder auf einen soliden Wachstumskurs eingeschwenkt und expandiert derzeit kräftig, so das Institut für Höhere Studien (IHS). Die Arbeitsmarktlage sollte sich verbessern, die Arbeitslosigkeit etwas zurückgehen. Der Aufschwung werde sich in den kommenden Jahren fortsetzen, allerdings mit etwas geringerem Tempo.

Für 2017 bis 2021 erwartet das IHS in seiner am Mittwoch präsentierten mittelfristigen Prognose ein Wirtschaftswachstum von durchschnittlich 1,7 Prozent pro Jahr. Damit sollte Österreichs Wirtschaft in einem ähnlichen Tempo wie der Euroraum zulegen und um knapp einen Prozentpunkt stärker wachsen als im Zeitraum 2012 bis 2016 mit nur durchschnittlich 0,8 Prozent pro Jahr.

Nach 2,2 Prozent heuer und 1,7 Prozent im kommenden Jahr dürfte sich die Wachstumsrate in den folgenden Jahren auf 1,5 Prozent verlangsamen. Die Inlandsnachfrage sollte kräftig expandieren, auch die Exportnachfrage sollte zulegen. Für die Eurozone prognostizieren die IHS- Experten 2017 bis 2021 ein Wachstum von jährlich durchschnittlich 1,75 Prozent.

Foto: AFP

Europa profitiert von schwachem Dollar und Ölpreis

Der Prognose liege eine solide Expansion der Weltwirtschaft zugrunde, so das IHS. Europa sollte von einem niedrigen Ölpreis (54 Dollar je Fass) und einem durchschnittlichen Wechselkurs von 1,10 Dollar/Euro profitieren. Für die globale Wirtschaft wird ein mittelfristiges Wachstum von 3,5 Prozent erwartet.

Im Vergleich zur vorjährigen Mittelfrist- Prognose hätten die Abwärtsrisiken für die Weltkonjunktur eher abgenommen. Es bestehe zwar weiter erhebliche politische Unsicherheit, diese scheine die globale Produktion momentan aber kaum zu dämpfen. Größtes Konjunkturrisiko für Europa blieben mittelfristig die wirtschaftlichen Folgen des EU- Austritts des Vereinigten Königreichs. Ein starker Einbruch der britischen Wirtschaft oder deutlich verringerte Handelsbeziehungen aufgrund eines "harten" Brexit würden auf die Wirtschaftsleistung im restlichen Europa drücken.

Foto: APA/Herbert Neubauer, APA

Forscher erwarten weniger Arbeitslose

Die guten Wirtschaftsaussichten sollten in Österreich auch zu einer Verbesserung der Arbeitsmarktlage beitragen, so die Wirtschaftsforscher. Die Beschäftigungsnachfrage dürfte mit einem durchschnittlichen Wachstum von 1,2 Prozent kräftig ausfallen. Das Arbeitskräfteangebot werde voraussichtlich weiter zunehmen, allerdings auch aus demografischen Gründen etwas langsamer. Die Arbeitslosenrate dürfte nach 9,1 Prozent im Vorjahr auf 8,0 Prozent bis zum Jahr 2021 fallen. Für den Zeitraum 2017 bis 2021 wird eine durchschnittliche Arbeitslosenrate von 8,3 Prozent erwartet. Im Zeitraum 2012 bis 2016 lag sie bei 8,2 Prozent und 2007 bis 2011 bei 6,6 Prozent.

Die Inlandsnachfrage werde kräftig expandieren und 2017 bis 2021 real um 1,5 Prozent (nach 0,7 Prozent) zulegen, so das IHS. Der private Konsum erhöhte sich im Vorjahr - gestützt von der Steuerreform - um 1,5 Prozent. Die Dynamik dürfte sich mit dem Ausklingen der Effekte der Reform etwas verlangsamen. Für 2017 bis 2021 sollte das durchschnittliche Wachstum mit knapp 1,25 Prozent deutlich stärker ausfallen als in den vorangegangen fünf Jahren (0,25 Prozent). Die durchschnittliche Inflationsrate wird mit 2,0 Prozent prognostiziert.

Foto: thinkstockphotos.de

IHS empfiehlt Reformen in Verwaltung und bei Pensionen

Die gesamtstaatliche Defizitquote sollte ausgehend von heuer 0,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) bis 2021 auf 0,2 Prozent zurückgehen. Kostensparende Reformen in der Verwaltung und Reformen zur Dämpfung der mittelfristigen Kosten der Alterung sollten angegangen werden, so das IHS. Das mittelfristige Ziel eines strukturellen Defizits von höchstens 0,5 Prozent des BIP dürfte eingehalten werden.

Allerdings sieht das IHS "beträchtliche Herausforderungen" für die künftige Regierung. Problematisch sei die Ausgabenstruktur. Zukunftsorientierte öffentliche Ausgaben vor allem in Bildung sowie Forschung und Entwicklung müssten stärkere Priorität haben, Reformen zur Hebung der vorhandenen Effizienzpotenziale im öffentlichen Bereich seien daher unumgänglich. Zudem seien weitere Maßnahmen zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts nötig, da nur so der Sozialstaat langfristig finanziert werden könne.

Redaktion
krone.at
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