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21.08.2017 - 17:46
Illustration: Der Satellit "Pegasus" im Erdorbit
Foto: FH Wiener Neustadt

Austro- Satellit "Pegasus" soll Ende Mai starten

10.05.2017, 15:16

Klappt alles wie geplant, dann wird ab Juni ein österreichischer Nano- Satellit die oberen Schichten der Erdatmosphäre erforschen. Die zehn mal zehn mal 20 Zentimeter kleine, zwei Kilo schwere Sonde "Pegasus" ist Teil eines 36 Mini- Satelliten umfassenden Netzwerks, das von Hochschulen und Forschungsinstituten gemeinsam mit Studenten gebaut wurde. Am Mittwoch wurde der Nano- Satellit von der Fachhochschule (FH) Wiener Neustadt präsentiert.

Ursprünglich sollten die Satelliten bereits Anfang 2016 starten, die Suche nach einer geeigneten Rakete verzögerte allerdings das europäische Projekt QB50. Nun wurde bereits Mitte April ein Teil der 36 Satelliten mit einer "Atlas"- Rakete zur internationalen Raumstation ISS transportiert, wo sie voraussichtlich Mitte bis Ende Mai auf einer Höhe von 350 bis 400 Kilometer ausgesetzt werden sollen, wie "Pegasus"- Projektleiter Carsten Scharlemann von der FH Wiener Neustadt erklärte.

Flughöhe von "Pegasus" noch nicht fix

Die restlichen Satelliten, darunter auch "Pegasus", sollen voraussichtlich Anfang Juni mit der indischen Trägerrakete PSLV auf eine Höhe zwischen 480 und 520 Kilometer gebracht werden und die Erde in einer polaren Umlaufbahn umrunden. Die Flughöhe ist laut Scharlemann noch nicht fix, würde aber in dieser Entfernung von der Erdoberfläche die Lebensdauer der Satelliten mit 6,5 bis sieben Jahre deutlich erhöhen. Ursprünglich war eine Flughöhe von 350 bis 380 Kilometer geplant, was aufgrund der Reibung der dort vergleichsweise dichten Lufthülle eine Lebensdauer von nur wenigen Monaten bedeutet hätte.

Studenten beim Zusammenbau von "Pegasus"-Komponenten
Foto: FH Wiener Neustadt

Über die sogenannte Thermosphäre, die sich von etwa 80 bis 600 Kilometer Höhe erstreckt, ist noch relativ wenig bekannt. Interessant ist dieser Teil der Atmosphäre, weil er das globale Wetter beeinflusst. Von ihrer Erforschung erwarten sich die Wissenschaftler ein besseres Verständnis der Vorgänge, dadurch längerfristige Wettervorhersagen und auch Erkenntnisse über die Erderwärmung. Das Kleinsatelliten- Netzwerk bietet den Vorteil, gleichzeitig Daten von vielen Messpunkten zu erhalten.

Sonde hat gepulsten Plasmaantrieb an Bord

Jedes teilnehmende Team musste sich für eines von drei Instrumenten auf seinem Satelliten entscheiden, mit denen Ionen und Neutralteilchen, atomarer Sauerstoff sowie Elektronendichte und -temperatur untersucht werden. Auf letztere Aufgabe wird sich das Gerät auf "Pegasus" konzentrieren. Zusätzlich zur Standardausstattung hat "Pegasus" einen an der FH Wiener Neustadt entwickelten gepulsten Plasmaantrieb an Bord, der erstmals im Weltraum getestet wird.

Illustration: Der Plasmaantrieb von "Pegasus" in Aktion
Foto: FH Wiener Neustadt

Neben der Forschung hat das QB50- Projekt vor allem das Ziel, Studenten während der Ausbildung die Möglichkeit zu geben, an einem Raumfahrtprojekt von Anfang bis zum Ende mitmachen zu können. Im Fall von "Pegasus" waren das vor allem Studenten des Master- Studiengangs "Aerospace Engineering".

Bodenstationen in Wien und Wiener Neustadt

Am Bau des Austro- Satelliten waren neben der FH Wiener Neustadt und deren Forschungsunternehmen FOTEC u. a. auch das aus Studenten aller Fachrichtungen zusammengesetzte Space Team der Technischen Universität Wien beteiligt. Die Space Tech Group, eine Vereinigung von Raumfahrt- und Funkbegeisterten, hat die Bodenstation gebaut, und verantwortet den Datentransfer, an der FH Wiener Neustadt wird derzeit an einer weiteren Bodenstation gearbeitet.

"Pegasus" ist nicht der erste österreichische Satellit. 2013 wurden mit "TUGSAT- 1" und "UniBRITE" zwei Sonden gestartet, die Sterne erforschen.  Sie umkreisen die Erde in rund 800 Kilometer Höhe.

Illustration: Der österreichische Satellit "TUGSAT-1" im Erdorbit
Foto: TU Graz

"TUGSAT- 1" wurde von der TU Graz entwickelt und gebaut, der baugleiche "UniBRITE" im Auftrag der Universität Wien vom Space Flight Laboratory der Universität Toronto in Kanada.

Redaktion
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