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25.05.2017 - 09:14
Foto: EPFL/Itamar Grinberg

Forscher finden Klimawandel- resistente Korallen

17.05.2017, 06:31

Forscher aus Israel und der Schweiz haben im nördlichen Roten Meer eine Korallenart entdeckt, die ihren Angaben zufolge gute Chancen hat, den Klimawandel zu überstehen. Sofern die Korallen die lokale Wasserverschmutzung überleben, könnten sie eventuell einmal helfen, sterbende Korallenriffe wieder aufzuforsten, berichten die Wissenschaftler im Fachjournal "Open Science".

Das australische Great Barrier Reef hat in jüngster Zeit zwei schwere Korallenbleichen erlebt. Nur ein Drittel des größten Korallenriffs der Erde ist noch nicht davon betroffen. Aber auch andere Riffe rund um den Globus leiden unter steigenden Wassertemperaturen und drohen abzusterben.

Foto: ARC Center of Excellence/Greg Torda

Nun berichteten Forscher der Universität und der ETH Lausanne (EPFL) gemeinsam mit Kollegen aus Israel von einem Hoffnungsschimmer: Korallen im Golf von Aqaba im nördlichen Roten Meer sind besonders widerstandsfähig gegen die Auswirkungen steigender Temperaturen und der Versauerung der Ozeane, schreiben sie in einem Fachartikel im Magazin "Open Science" der britischen Royal Society.

Besser für künftige Erwärmung der Ozeane gerüstet

Die Forscher untersuchten die Korallen, nachdem sie diese sechs Wochen Bedingungen wie in einem künftig wärmeren Ozean ausgesetzt hatten. "Unter diesen Bedingungen würden die meisten Korallen weltweit wahrscheinlich bleichen und eine hohe Sterblichkeit aufweisen", sagte EPFL- Wissenschafter Thomas Krueger. Nicht so die Korallen vom Golf von Aqaba. Tatsächlich schienen sich ihre physiologischen Funktionen sogar zu verbessern. Das deute darauf hin, dass sie momentan bei suboptimalen Temperaturen lebten und besser für eine künftige Erwärmung der Ozeane aufgestellt seien.

Die Korallen bei Tests im Labor
Foto: EPFL/Itamar Grinberg

Obwohl diese Korallen somit gute Chancen haben, die Auswirkungen des Klimawandels zu überstehen, sind sie doch empfindlich gegenüber Umweltverschmutzung. Lokale Störungen wie Ölverschmutzung, Nährstoffe aus Fischfarmen oder Pflanzenschutzmittel, die ins Wasser gelangten, könnten ihre Widerstandskraft herabsetzen, warnte Studienautor Maoz Fine von der israelischen Bar Ilan University und dem InterUniversity Institute of Marine Sciences. "Dieses Riff sollte international als Naturstandort von großer Bedeutung anerkannt werden", sagte Anders Meibom von EPFL und Uni Lausanne. Denn es könnte sehr wohl das letzte überlebende Korallenriff am Ende des Jahrhunderts sein. Die Forscher fordern daher die Anrainerstaaten auf, ein Schutzprogramm zu lancieren.

Hohe Temperaturen machen den Tieren den Garaus

Korallen sind Nesseltiere, die mit Algen in einer Symbiose, also einer Gemeinschaft zum gegenseitigen Nutzen leben. Bei hohen Temperaturen werden die Algen giftig, die Korallen stoßen sie ab und verlieren ihre Farbe. Sie können sich davon zwar mitunter erholen, indem sich die Algen wieder ansiedeln, brauchen aber Jahre dafür. Kehren die Algen nicht zurück, sterben die Korallen ab. Wenn es künftig, wie Experten befürchten, zu regelmäßigen Korallenbleichen während der warmen Jahreszeit kommt, haben die Nesseltiere keine Chance, sich zu erholen.

Statt Farbenvielfalt herrscht im Great Barrier Reef an vielen Stellen kahles Weiß.
Foto: APA/AFP/XL Catlin Seaview Survey/STR

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