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28.04.2017 - 20:08
Künstlerische Darstellung: Die Supererde LHS 1140b vor ihrem Zentralgestirn
Foto: CfA/M. Weiss

Neue Supererde in lebensfreundlicher Zone entdeckt

20.04.2017, 08:46

Ein jetzt entdeckter Exoplanet, der 40 Lichtjahre von unserer Erde entfernt einen roten Zwergstern umkreist, könnte in naher Zukunft der beste Ort sein, um außerhalb des Sonnensystems nach Hinweisen auf Leben zu suchen. Die "Supererde", die den lichtschwachen Roten Zwerg LHS 1140 in seiner bewohnbaren Zone umkreist, etwas größer und deutlich massereicher als die Erde, hat aber wahrscheinlich den größten Teil seiner ursprünglichen Atmosphäre halten können.

Bislang wurden rund 30 derartige Exoplaneten entdeckt, auf denen Leben möglich sein könnte. Bei dem neu entdeckten Himmelskörper bestünden jedoch die besten Aussichten, schon bald nach einer Atmosphäre und darin nach Anzeichen von Leben zu fahnden, schrieben die Entdecker um Jason Dittmann vom Harvard- Smithsonian- Zentrum für Astrophysik (CfA) im Fachblatt "Nature".

"Das ist der spannendste Planet, der mir in den vergangenen Jahrzehnten untergekommen ist", betonte Dittmann in einer Mitteilung seines Instituts. "Künftige Beobachtungen könnten uns ermöglichen, erstmals die Atmosphäre eines potenziell bewohnbaren Planeten nachzuweisen. Wir planen, nach Wasser und letztlich auch nach molekularem Sauerstoff zu suchen."

Deutlich massereicher als die Erde

Entdeckt wurde die Supererde mit dem HARPS- Instrument am 3,6- Meter- Teleskop der Europäischen Südsternwarte ESO am La- Silla- Observatorium in Chile sowie anderen Teleskopen weltweit. Der Exoplanet ist etwas größer und deutlich massereicher als die Erde, hat aber wahrscheinlich den größten Teil seiner ursprünglichen Atmosphäre halten können. Das, und die Tatsache, dass er auf seiner Umlaufbahn direkt vor seinem Mutterstern vorbeizieht, machen ihn zu einem der spannendsten Ziele für zukünftige atmosphärische Untersuchungen.

Das 3,6-Meter-Teleskop der ESO in Chile
Foto: ESO

Als Supererden bezeichnen Astronomen Gesteinsplaneten, die größer sind als die Erde und deutlich mehr Masse besitzen, aber nicht so groß und schwer sind wie der Gasplanet Uranus in unserem Sonnensystem. Der von Dittmann und seinen Kollegen entdeckte Exoplanet kreist um LHS 1140 im Sternbild Walfisch, hat einen Durchmesser von etwa 18.000 Kilometern und fast siebenmal soviel Masse wie unsere Erde.

Umrundet seine Sonne alle 25 Tage einmal

Die Supererde umrundet ihren Zwergstern in relativ geringem Abstand einmal alle 25 Tage. Da der Rote Zwerg LHS 1140 jedoch nur ein Fünftel so groß ist wie unsere Sonne und entsprechend schwächer leuchtet, liegt die enge Umlaufbahn in der sogenannten habitablen (bewohnbaren) Zone, in der die Temperaturen die Existenz von flüssigem Wasser erlauben. Flüssiges Wasser ist eine Grundvoraussetzung für Leben, wie wir es kennen.

Allerdings ist keinesfalls sicher, dass es auf der neu entdeckten Supererde überhaupt Wasser gibt. Selbst wenn es bei der Entstehung des Planeten vor rund fünf Milliarden Jahren vorhanden gewesen sein sollte, könnte es von dem damals sehr viel aktiveren Zwergstern davongeblasen worden sein. Dann könnte heute auf dem Exoplaneten ein extremer Treibhauseffekt die Temperaturen in unerträgliche Höhen treiben, wie sie beispielsweise auf der Venus herrschen.

Sollte die Supererde jedoch wenigstens einen Teil ihres Wassers behalten oder ihren Wasservorrat - beispielsweise aus einem frühen Lava- Ozean - wieder aufgefüllt haben, böte der Rote Zwerg seinem Planeten heute jedoch eine ruhige Heimat und damit nach Ansicht der Forscher gute Rahmenbedingungen für mögliches Leben, wie die ESO erläuterte.

Mit seiner Entfernung von 40 Lichtjahren liegt der Exoplanet schon bald in der Reichweite neuer Teleskope, die in der Lage sein werden, nach einer möglichen Atmosphäre und deren Zusammensetzung zu suchen. Ein Lichtjahr ist die Strecke, die das Licht in einem Jahr zurücklegt. Das sind knapp zehn Billionen Kilometer.

Redaktion
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